Ex-Verteidigungsstaatssekretär dagegen
Bundestag verlängert Afghanistan-Mandat der Bundeswehr
Bei der SPD-Fraktion stimmten 13 Abgeordnete gegen den Antrag, 13 enthielten sich, 9 Abgeordnete haben ihre Stimme nicht abgegeben. Bei der oppositionellen FDP-Fraktion stimmten insgesamt 11 Parlamentarier dem Antrag der Bundesregierung nicht zu. 50 Abgeordnete stimmten für den Antrag.
Die Linksfraktion stimmte - abgesehen von zwei nicht abgegebenen Stimmen - geschlossen gegen den Auslandseinsatz der Bundeswehr in Asien. Bei den Grünen stimmten 15 Abgeordnete - unter Missachtung des Votums des grünen Sonderparteitags - für den Regierungsantrag. 7 Grüne stimmten gegen den Bundeswehreinsatz. 28 Abgeordnete enthielten sich.
Rund 3100 deutsche Soldaten beteiligen sich derzeit laut Bundestag an der "Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan" (ISAF). Das erste ISAF-Mandat für die Bundeswehr hatte der Bundestag Ende 2001 erteilt. Der Beschluss des Parlamentes vom Frühjahr 2007, auch deutsche Tornado-Flugzeuge für Aufklärungs- und Überwachungsflüge in Afghanistan zuzulassen, ist nun Teil des ISAF-Mandates.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) zeigte sich zufrieden mit dem Votum. Die Zustimmung von rund 78 Prozent sei ein Vertrauensbeweis und eine wichtige Unterstützung für die Soldaten vor Ort. Jung betonte: "Die Bürger in Deutschland müssen erkennen, dass es wichtig ist, die Gefahr an der Quelle zu beseitigen, bevor die wesentlich größere Dimension Deutschland erreicht". Er wies zugleich Vorwürfe zurück, die Lage in Afghanistan habe sich verschlechtert. Jung plädierte zugleich dafür, die Anstrengungen zur Ausbildung von Polizei und Streitkräfte in Afghanistan zu erhöhen.
Ex-Verteidigungsminister Struck: Wir müssen sicher noch zehn Jahre in Afghanistan bleiben
Jungs Vorgänger, der jetzige SPD-Fraktionschef Peter Struck, sagte: "Wir müssen Geduld haben." Immerhin gebe es "unendlich viele Fortschritte in Afghanistan". Die Bundeswehr könne das Land erst verlassen, wenn die Regierung in Kabul ausreichend stabil sei und der Aufbau von Armee und Polizei weitgehend abgeschlossen sei. "Wir müssen sicher noch zehn Jahre in Afghanistan bleiben", sagte Struck.
Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sagte, es wäre "völlig falsch", das zivile und militärische Engagement gegeneinander auszuspielen. Der zivile Wiederaufbau stünde in Afghanistan ohne die militärische Unterstützung "auf verlorenem Posten". Die Ministerin verwies wie auch andere Redner auf große Fortschritte beim Schulbesuch von Kindern und im Gesundheitswesen. Dies dürfe nicht gefährdet werden.
Auch FDP-Chef Guido Westerwelle ist offenbar der Ansicht, dass die Sicherheits Deutschlands am Hindukusch verteidigt wird. Er sagte, der Einsatz sei nicht nur ein Akt der Solidarität mit dem afghanischen Volk. Es gehe auch "ganz handfest um unsere eigene Sicherheit und Freiheit." Der FDP-Chef warnte, bei einem zu schnellen Rückzug würde Kabul sofort wieder zur "Hauptstadt des weltweiten Terrorismus".
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte, dass ihre Fraktion mehrheitlich für den ISAF-Einsatz sei. Künast warf zugleich der Bundesregierung ein "halbherziges" Engagement beim zivilen Aufbau Afghanistans vor. Die Grünen-Fraktionschefin forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, nach Afghanistan zu reisen, um sich vor Ort ein Bild zu machen.
Linke-Parteichef Lothar Bisky kritisierte hingegen, der ISAF-Einsatz sei gemessen an seinen Zielen gescheitert. Die Schutztruppe mutiere "immer mehr zur Kampftruppe". Dies werde durch den "Tornado"-Einsatz weiter befördert. Die Unterstützung Afghanistans könne aber nur zivil geleistet werden, fügte Bisky hinzu. Dazu sei ein "sofortiger Strategiewechsel" nötig.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 12. Okt. 2007 unter:
welt-onlineStichworte:
« Bundesrat billigt neue "Geflügelpestverordnung"
Bundesrat kritisiert Regierungspläne zu Bahnprivatisierung »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
