"Kritische Wissenschaft"
Marxisten kritisieren mögliche Stellenstreichung an Universität Marburg
Der Aufruf ist nach Darstellung der "Initiative zur Rettung kritischer Wissenschaft in Marburg" eine Reaktion von Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern auf eine Anordnung des Präsidiums der Universität. Diese sehe vor, die letzte Stelle am Institut, die noch in der Tradition des Marxisten Abendroth steht, zu streichen. Unter den Unterzeichnenden finden sich offenbar auch zahlreiche Gewerkschafter und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland.
"Die hohe Resonanz auf die Unterschriftenkampagne zeigt, welche Bedeutung die Forschungsperspektive Abendroths noch heute besitzt. Mit dem Wegfall der Professur geht nicht nur diese Forschungsperspektive verloren. Auch der Bereich Internationale Politische Ökonomie und der Forschungsbereich Europäische Integration können nun am Institut nicht mehr abgedeckt werden", so Simone Klar, Studentin am Institut für Politikwissenschaft.
Nach Einschätzung der Initiative trug die Forschungsgruppe Europäische Integration (FEI) an dem Institut seit Beginn der 1990er Jahre "entscheidend zur Attraktivität der Politikwissenschaft in Marburg bei".
Am 4. Oktober verhandelt das Institut mit dem Präsidium der Universität über die Zukunft der Professur. "Wir hoffen natürlich, dass das Präsidium sich doch noch umstimmen lässt. Schließlich geht es bei der Entscheidung nicht nur um die gestrichene Professur, sondern auch um die Frage, inwieweit in Deutschland kritische Wissenschaft überhaupt noch Zukunft hat", so Nikolai Huke, Referent für Hochschulpolitik des AStA Marburg.
Im Ausland, insbesondere in den angelsächsischen Ländern, hätten Wissenschaftler mit abweichenden Meinungen viel bessere Möglichkeiten als in Deutschland. "Kritische Wissenschaft nimmt dort einen selbstverständlichen Platz ein", so Huke.
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Am 02. Okt. 2007 unter:
politikStichworte:
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E.ON kauft Windparks in Nordamerika »

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