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Drei Zeugen im Rekruten-Prozess verweigern die Aussage

Erinnerungslücken & Aussageverweigerungsrecht

Im Prozess um mutmaßliche Rekrutenmisshandlungen in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne in Coesfeld hat das Landgericht Münster am Mittwoch weitere Zeugen gehört. Am 31. Verhandlungstag sagte ein 23-jähriger Angestellter, er sei nicht als Geisel genommen worden. "Ich weiß nicht, was Sie meinen und habe persönlich auch nichts mitbekommen. Vielleicht war alles ein Spiel."

Der Vorsitzende Richter erwiderte, er habe von keinem der bisher 120 vernommenen Zeugen gehört, dass er sich an gar nichts erinnern könne. Selbst als der Richter dem 23-Jährigen seine Aussagen bei der Polizei und beim Heerestruppenkommando in Koblenz vorlas, in denen wohl von Fesselungen und Nassspritzen die Rede war, erklärte der Zeuge: "Das ist über drei Jahre her, ich kann mich an nichts erinnern."

Ein weiterer Zeuge machte vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, ein dritter Zeuge hatte ebenfalls Erinnerungslücken.

Auf der Anklagebank sitzen insgesamt elf frühere Ausbilder, darunter die beiden damaligen Zugführer und der Kompaniechef. Sie sollen nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft 2004 bei vier simulierten Geiselnahmen mehr als 160 Rekruten "misshandelt und menschenunwürdig behandelt" haben.

Der Prozess wird am 19. November fortgesetzt.

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