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Kinderarmut in Deutschland nimmt offenbar weiter zu

14 Prozent aller Kinder

Die Kinderarmut in Deutschland nimmt trotz guter Konjunktur weiter zu. War 1965 nur jedes 75. Kind unter sieben Jahren auf Sozialhilfe angewiesen, ist es heute mehr als jedes Sechste, wie aus dem vom Deutschen Kinderhilfswerk am 15. November in Berlin veröffentlichten "Kinderreport 2007" hervorgeht. Mittlerweile gälten 14 Prozent aller Kinder offiziell als arm. Schätzungsweise 5,9 Millionen Kinder lebten in Haushalten mit einem Jahreseinkommen der Eltern von bis zu 15.300 Euro. Dies entspreche rund einem Drittel aller kindergeldberechtigten Kinder. Seit Einführung von "Hartz IV" habe sich die Kinderarmut verdoppelt, "und sie wächst trotz zurückgehender Arbeitslosigkeit", sagte der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, Thomas Krüger.

Kinderarmut sei "ein strukturelles Problem", das kein Thema für Sonntagsreden sein dürfe, mahnte Krüger und forderte einen Ausbau des Kindergeldes hin zu einer Kindergrundsicherung. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass vor allem das steuer- und Sozialsystem an der schlechten wirtschaftlichen Lage von Familien schuld sei. Den Familien werde ein Übermaß an Abgaben abverlangt.

Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Klaus Ernst, sagte, der Kinderreport sei eine schallende Ohrfeige für die Bundesregierung. "Während sich die Koalitionsspitzen wie die Kesselflicker streiten und keine Einigung über den Mindestlohn finden, steigt die Armutsquote unter Kindern in skandalöse Höhen." Der Ruf nach einer Kindergrundsicherung, wie er jetzt auch vom Kinderhilfswerk erhoben werde, müsse dabei ein Teil der Antwort sein.

"Langfristig ist das Problem der Kinderarmut aber nur zu beseitigen, wenn man bei den Ursachen ansetzt", so Ernst. "Arme Kinder haben fast immer auch arme Eltern. Die jetzt beschlossenen 200 Millionen Euro für den Ausbau des Kinderzuschlags zu einem Erwerbstätigenzuschuss sind aber nur ein Tropfen auf einen sehr heißen Stein."

Die Chance zum Richtungswechsel sei vertan worden. "Ohne einen flächendeckenden Mindestlohn von wenigstens 8,44 pro Stunde, ohne ein Maßnahmepaket gegen Lohndumping und ohne eine Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 435 Euro wird sich das Problem der Kinderarmut nicht wirklich lösen lassen", meint der Politiker.

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