"Kniefall vor Interessen der Stromkonzerne"
Merkel verfehlt laut Greenpeace die Klimaziele
Zur Halbzeit der Großen Koalition zeige sich, "dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Sigmar Gabriel ihre Versprechen zum Klimaschutz nicht einhalten", kritisierte Böhling.
Das Aachener Institut EUtech prüfte die Wirksamkeit der 29 Klimaschutz-Maßnahmen, die im August bei der Kabinettsklausur in Meseberg vereinbart wurden.
Greenpeace kritisierte vor allem die "unverbindlichen Maßnahmen" in den Bereichen Kraftwerke, Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, Verkehr und Gebäudeenergie. Die Organisation forderte unter anderem, die Pläne der Energiewirtschaft für den Bau neuer Kohlekraftwerke zu stoppen. Stattdessen sollte ein verstärkter Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und der Erneuerbaren Energien erfolgen.
Nach derzeitiger Planung sollten die Kapazitäten der Kohlekraftwerke bis zum Jahr 2020 um mindestens 14 Prozent aufgestockt werden, kritisiert die Umweltorganisation. Ganze 25 neue Kohlekraftwerke seien in Planung, sechs würden bereits gebaut. Erst vergangenen Mittwoch habe die Stadt Hamburg mit dem Energieversorger Vattenfall den Neubau einer solchen "CO2-Schleuder" in Moorburg vereinbart.
Bundeskanzlerin Merkel müsse "ihren klimapolitischen Irrweg" mit der Unterstützung des Neubaus von Kohlekraftwerken endlich beenden, meint Böhling. "Klimaschutz muss für Frau Merkel auch eine nationale Aufgabe werden, will sie nicht Gefahr laufen, ihre internationale Glaubwürdigkeit zu verlieren."
In zwei Wochen findet auf Bali die nächste UN-Klimakonferenz statt. "Dort könnte es peinlich werden, sofern die Bundesregierung ihr nationales Klimaschutzprogramm nicht umgehend nachbessert", meint die Organisation.
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast sagte, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei die "Kanzlerin des sozial-ökologischen Wortbruchs": "Erst der Verrat beim Mindestlohn und jetzt wird auch der Klimaschutz den Lobbyinteressen geopfert."
Im Gegensatz zur schwarz-roten Bundesregierung und zum derzeitigen hessischen Ministerpäsidenten Roland Koch setzt die hessische SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti nicht mehr auf Kohle- und Atomkraftwerke. Mit ihrem Konzept "Neue Energie für ein atomstromfreies Hessen" setzt Ypsilanti vollständig auf auf erneuerbare Energien.
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Am 19. Nov. 2007 unter:
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