"Dadurch entsteht ein Druck auf Kranke"

Marburger Bund fordert Verbot von Beihilfe zur Selbsttötung

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert ein Verbot der Beihilfe zur Selbsttötung unheilbar Kranker. Der Verbandsvorsitzende Rudolf Henke kritisierte am 22. November im Deutschlandradio Kultur "die provokanten Spiele mit dem Rechtsbruch" der Organisation Dignitate, die lebensmüden Menschen beim Suizid helfen will. Dadurch entstünde ein Druck auf Kranke, warnte Henke. Die Hemmschwelle für das Töten sinke. "Das ist ein Absturz der Gesellschaft in den Darwinismus."

"Man würde den Sinn des Berufes zerstören, wenn die Ärzte damit beginnen, absichtlich zu töten", betonte Henke. Er forderte stattdessen, die Palliativmedizin besser auszustatten und die Hospizhilfe zu stärken. Zudem müsse die Gesellschaft eine neue Einstellung gewinnen. Die Menschen müssten wieder mehr für einander da sein. Der Wunsch nach dem Tod sei immer ein Hilferuf.

Dignitate ist ein Ableger der Schweizer Organisation Dignitas. In beiden Ländern ist aktive Sterbehilfe verboten. Die Gesetze in der Schweiz erlauben aber, dass unheilbar kranken Sterbewilligen ein Gift angeboten wird, das diese selbst trinken. Vor einigen Wochen hatte Dignitas so zwei Deutschen Sterbehilfe geleistet. Dignitate hatte angekündigt, auch in Deutschland einen Präzendenzfall schaffen zu wollen und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

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