Schwere Niederlage für Energieriesen RWE
Bürgerentscheid gegen 1600-Megawatt-Kohlekraftwerk in Ensdorf
RWE steht jetzt "ohne Plan B" da, wie eine Konzernsprecherin noch in der Nacht danach einräumte. Ein Schock für das Unternehmen. Denn nicht einmal im Traum habe die Konzernleitung mit einem so massiven Widerstand gegen ihr Projekt gerechnet, berichtete der saarländische Bundestagsabgeordnetem der Linkspartei, Kurt Hill, nach einem vorangegangenen Gespräch mit dem Vorstand der RWE Power AG am vergangenen Donnerstag im übervollen Bergmannsheim von Ensdorf. "Die dachten, das Saarland ist ein Bergbau-und-Energie-Land. Da votiert kein Mensch gegen unsere Pläne."
RWE will nach den bisherigen Plänen bis 2012 allein in Deutschland über 7 Milliarden Euro in neue Kraftwerke investieren. Weitere 5 Milliarden sind für neue Erzeugungskapazitäten des Konzerns in Großbritannien und den Niederlanden vorgesehen. In Deutschland sollen in den kommenden zwei Jahrzehnten viele Kraftwerke altersbedingt ersetzt werden.
RWE setzt nach wie vor auf zentralistische Großkraftwerke: Atomkraftwerke, Kohlekaftwerke, Gaskraftwerke und im Bereich erneuerbare Energien auf große Off-Shore-Windparks im Meer. Am weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien mit Kleinanlagen hat das Unternehmen kein Interesse.
Die Stromkonzerne hatten noch 1993 erklärt, dass erneuerbare Energien auch langfristig nicht mehr als 4 Prozent zur Stromversorgung beitragen könnten.
Tatsächlich aber tragen die erneuerbare Energien heute bereits 15 Prozent zur deutschen Stromversorgung bei. Dabei handelt es sich überwiegend um Kleinanlagen in der Hand von Betreibergesellschaften, kleinen Unternehmen, Kommunen und Bürgern. Zum Vergleich: Der Atomstromanteil liegt mit 29 Prozent gerade noch beim Doppelten.
Mit der Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes durch die Bundesregierung und Kanzlerin Merkel könnte die weitere Förderung des Ausbaus der dezentralen Energieanlagen einen Dämpfer bekommen.
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Am 26. Nov. 2007 unter:
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« Grüne warnen vor "Überwachungsstaat"
Arbeitsminister Scholz will offenbar Mindestlöhne ausweiten »
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