Missliebige Äußerungen von Schleicher

Baden-Württemberg droht mit Ausstieg aus den PISA-Studien

Im Streit um die Vorabveröffentlichung von Ergebnissen der jüngsten PISA-Studie und den PISA-Koordinator bei der OECD, Andreas Schleicher, stellt erstmals ein deutscher Bildungsminister die Zusammenarbeit mit der Industrieländerorganisation infrage. Baden-Württembergs Kultusminister Helmut Rau (CDU) sagte der "Financial Times Deutschland": "Wenn Andreas Schleicher nicht von seinen Funktionen entbunden wird, werden wir die Zusammenarbeit mit der OECD einstellen." Zuvor hatten bereits die Kultusminister der unionsgeführten Länder den Rückzug Schleichers gefordert. Der CDU gefiel die Kritik Schleichers nicht, es habe eine Begünstigung Deutschlands durch ein modifiziertes Testverfahren gegeben. Die Ergebnisse seien mit denjenigen der Vorjahre insofern nicht vergleichbar.

Hintergrund von Raus Drohung sind die Verträge der deutschen Kultusministerkonferenz (KMK) mit der OECD. Im Grundsatz hat die KMK zwar schon beschlossen, bis 2015 mit der OECD bei PISA zusammenzuarbeiten. Der Vertrag läuft aber lediglich bis 2009 - dann soll die nächste PISA-Studie erhoben werden. Da die Schülertests alle drei Jahre durchgeführt werden, würde sich Deutschland bei einem Ende der Zusammenarbeit frühestens an der PISA-Studie 2012 nicht mehr beteiligen.

Schleicher hatte am Dienstag gesagt, deutsche Schüler hätten sich nicht signifikant verbessert. Die jüngsten Tests könnten nicht mit denen aus dem Jahr 2003 verglichen werden. Das aktuelle Testverfahren habe bestimmte Stärken von deutschen Schülern begünstigt.

Der deutsche PISA-Koordinator Manfred Prenzel widersprach: "Das Rahmenkonzept der Studie hat sich nicht verändert."

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