Kritik an Erbschaftssteuerkompromiss

"Weniger Steuern von Erben von Millionenvermögen"

Nach Auffassung von Linke-Vortandsmitglied Angelika Gramkow verzichtet die Große Koalition mit den ausgehandelten Eckpunkten zur Erbschaftssteuer auf Mehreinnahmen in Milliardenhöhe. Es sei völlig unangebracht, die Freibeträge für Ehepartner, Kinder und Enkel massiv anzuheben und dafür alle übrigen Erben stärker zur Kasse zu bitten, meint Gramkow. "Ein großer Teil der Erben von Millionenvermögen wird damit künftig noch weniger Erbschaftsteuer zahlen."

Darüber hinaus bleibe die steuerliche Ungleichbehandlung von hinterbliebenen Ehepartnern und nicht verheirateten Lebenspartnern bestehen, so die Politikerin.

Für die jährlich in Deutschland vererbten rund 150 Milliarden Euro seien die Einnahmen aus der Erbschaftsteuer ohnehin viel zu gering. "Gerade einmal 4 Milliarden Euro kommen in die Länderhaushalte, davon beispielsweise in den Landeshaushalt Mecklenburg-Vorpommern nur 7 Millionen", so Gramkow.

Die Linke fordert eine Vereinheitlichung der Freibeträge und Tarife unabhängig vom Verwandtschaftsgrad zum Erblasser. "Steuerliche Privilegien, insbesondere die massive Begünstigung von Betriebsvermögen, gehören abgeschafft." So ließen sich nach Auffassung der Partei jährlich Mehreinnahmen von rund 10 Milliarden Euro erzielen, die die Länder dringend benötigten.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!