Energieforschung & Elementarteilchenphysik
Uni Karlsruhe und Forschungszentrum fusionieren
Nach Auffassung des baden-württembergischen Wissenschaftsministers Peter Frankenberg (CDU) setzt das KIT bundesweit Maßstäbe. "Zum ersten Mal kommt es zu einer institutionellen Zusammenführung einer Universität mit einem nationalen Großforschungszentrum", so der Minister in Stuttgart. Damit werde Deutschlands größte Forschungs- und Ausbildungseinrichtung entstehen, die "im internationalen Forschungs- und Technologiewettbewerb ganz vorne mitspielen" könne.
Der Chef des Forschungszentrums, Eberhard Umbach, sprach von einem "historischen Tag" für die beiden Institutionen. Damit übernehme man eine "Pionierrolle in der Forschungs- und Bildungslandschaft Deutschlands, vielleicht sogar Europas". Der Rektor der "Eliteuniversität" Karlsruhe, Horst Hippler, sagte, mit dem Zusammenschluss könne man "einen ebenbürtigen Rang unter den internationalen Spitzeneinrichtungen einnehmen".
Das fusionierte "Karlsruher Institut für Technologie" hat rund 8000 Mitarbeiter. Das Jahresbudget liegt den Angaben zufolge bei rund 600 Millionen Euro, von denen jeweils ein Drittel vom Bund, dem Land Baden-Württemberg und eingeworbenen Drittmitteln stammt. Umbach machte aber deutlich, dass er auf weitere finanzielle Unterstützung vonseiten der Politik hofft. Hippler sagte: "Die Forschung ist in Deutschland chronisch unterfinanziert". Das KIT wolle nun "Spitzenkräfte auch aus dem Ausland gewinnen". Ein "Problem" sei aber die Bezahlung solcher herausragender Wissenschaftler.
Der Gründungsvertrag sei ein erster Meilenstein auf dem Weg zur vollständigen rechtlichen "Fusion", die nach Umbachs Worten bereits "in einem Jahr" erfolgen könnte. Zum Charakter des KIT sagte er: "Das KIT ist eine Universität in Baden-Württemberg und zugleich ein Forschungszentrum im Rahmen der Helmholtz-Gemeinschaft." Zunächst verschränken beide Institutionen nun zum 1. Januar 2008 ihre Leitungsgremien und richten interdisziplinäre Zentren etwa zur Energieforschung und zur Elementarteilchenphysik ein. Die Öffentlichkeitsarbeit wurde bereits zusammengelegt.
Frankenberg betonte, mit der jetzt in Kraft getretenen Novellierung des Hochschulgesetzes sei die wechselseitige Verschränkung der jeweiligen Entscheidungsorgane ermöglicht worden. "Als Nächstes werden wir gemeinsam mit dem Bund den rechtlichen Rahmen für eine Institution schaffen, die zwei Missionen erfüllt - die einer Universität und die einer Großforschungseinrichtung", sagte der Minister. "Damit betreten wir absolutes Neuland", unterstrich er.
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