Tatort Truppenübungsplatz

Rasch auf auftauchende Ziele schießen

Im Prozess um einen auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg erschossenen Soldaten hat sich der angeklagte Schütze bei den Eltern des Toten entschuldigt. Er habe in der Nacht zuvor nur sechs Stunden geschlafen und rasch auf auftauchende Ziele reagieren müssen, sagte der 23-jährige Ex-Gefreite am Donnerstag vor dem Amtsgericht Bad Kissingen aus. Er soll im Oktober 2005 bei einem Truppengefechtsschießen einen Kameraden mit einer Schießscheibe verwechselt und getötet haben. Mitangeklagt ist ein 36 Jahre alter Sicherheitsoffizier, dem ein grober Verstoß gegen seine Aufsichtspflicht zur Last gelegt wird. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Feldwebel während der Übung einen Sicherungsposten, der den nachrückenden Truppen einen bewaffneten Soldaten anzeigen sollte, abgezogen.

Der Berufssoldat wies in seiner Aussage jede Verantwortung für das Unglück von sich: "Das persönliche Versagen eines Einzelnen kann ein Sicherheitsoffizier nicht ausschließen." Er habe sich auf die Belehrung verlassen, dass in einem 30-Grad-Winkel um das Ziel bei Schussabgabe keine Personen sein dürfen. Diese will der angeklagte Rekrut nicht gehört haben.

Mit einem Urteil wird noch am Donnerstag gerechnet.

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