10.000 Dauerspender abgesprungen

UNICEF soll vier bis fünf Millionen Euro an Spenden eingebüsst haben

Die aktuelle Affäre um Unicef Deutschland hat die Hilfsorganisation eigenen Angaben zufolge bislang zwischen vier bis fünf Millionen Euro an Spendenaufkommen gekostet. Von rund 200.000 Dauerspendern seien etwa 10.000 abgesprungen, sagte der amtierende Vorsitzende Reinhard Schlagintweit am 13. Februar nach einer Vorstandssitzung in Köln.

Nach seinen Angaben nahm das Gremium den angekündigten Rücktritt des bisherigen Geschäftsführers Dietrich Garlichs an. Bis zu einer Neubesetzung des Postens sollen die fünf Bereichsleiter von UNICEF Deutschland die Organisation kommissarisch führen. In den kommenden Wochen sollen die Modalitäten der Neuausschreibung der Stelle des Geschäftsführers geklärt werden. Möglich sei eine "internationale Lösung", hieß es.

Auf der Sitzung hätten zwei Mitglieder des Vorstands erklärt, dass sie ihr Amt ruhen lassen wollten. Dabei handele es sich um den Rechtsanwalt Hans Jürgen Prinz und Alexandra-Friederike Prinzessin zu Schoenaich-Carolath. Beide seien seit über 30 Jahren im deutschen UNICEF-Vorstand tätig gewesen und hätten erklärt, durch die Affäre sei für sie der Zeitpunkt gekommen, einen Schnitt zu machen. Schlagintweit rechnet derzeit nicht mit weiteren Rücktritten.

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