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Initiative sieht keinen Bedarf für Elbvertiefung

"Schiffe nutzen Elbtiefe nicht aus"

Der Förderkreis "Rettet die Elbe" sieht keinen Bedarf für eine Vertiefung der Elbe. Der Verein hat eigenen Angaben zufolge seit 1997 die Statistiken über die tatsächlichen Tiefgänge der Containerschiffe ausgewertet und festgestellt, dass diese nur teilbeladen den Hamburger Hafen anlaufen und noch nicht einmal den derzeit möglichen Tiefgang auf der Elbe ausnutzen.

Im Jahr 2007 haben den Angaben zufolge 6501 Containerschiffe den Hamburger Hafen angelaufen. Da diese Schiffe den Hafen auch wieder verlassen hätten, habe sich die Zahl der Schiffsbewegungen auf der Unterelbe auf insgesamt 13.002 Schiffsbewegungen belaufen. Lediglich 591, also 4,55 Prozent der Schiffsbewegungen hatten nach Angaben des Vereins einen größeren tatsächlichen Tiefgang von 12,80 Metern, so dass die Unterelbe nur tideabhängig befahren konnten. 12.411, also gut 95 Prozent hätten einen tatsächlichen Tiefgang von weniger als 12,80 Metern und konnten daher "zu jeder Zeit den Hafen anlaufen und verlassen".

Die Anzahl der in der Regel gelöschten und geladenen Container habe bei den großen Containerschiffen zwischen 2500 und 4.000 TEU betragen und könnten nach Angaben des Vereins "ohne weitere Elbvertiefung von und nach Hamburg mit kleineren Containerschiffen transportiert werden".

Mit der geplanten Elbvertiefung sollen Containerschiffe mit maximalen Konstruktionstiefgängen von 14,50 Meter (in Salzwasser) den Hamburger Hafen voll abgeladen tideabhängig bedienen können. "587 dieser Super-Post-Panmax Schiffe mit mehr als 14,50 Meter Konstruktionstiefgang und einer Transportkapazität von rund 7.000 bis 10.000 TEU haben den Hamburger Hafen in 2007 ohne Probleme angelaufen."

Der Verein "Rettet die Elbe" hält auch die Arbeitsplatzberechnungen für falsch. So sei zwar der Containerumschlag seit der letzten Elbvertiefung (1999) von etwa 3,7 auf rund 10 Millionen TEU im Jahr 2007 gewachsen. Daher berüchteten die Planer ohne Elbvertiefung einen Umschlagsverlust von rund 2 Millionen TEU und die Vernichtung von rund 17.700 hafenabhängigen Arbeitsplätzen bis 2015. Die Rechnung "ohne Elbvertiefung gleich Arbeitsplatzabbau und mit Elbvertiefung gleich neue Arbeitsplätze" geht aber nach Auffassung der Kritiker der Elbvertiefung so nicht auf. Denn seit der letzten Elbvertiefung im Jahr 1999 habe der Containerumschlag um etwa 6 Mio. TEU zugenommen, so dass nach der Prognose der Planer 50.000 neue Arbeitsplätze hätten entstehen müssen, "was aber nicht der Fall ist".

Mehr Containerumschlag bedeutee nämlich nicht zwingend mehr Arbeitsplätze, da rund die Hälfte aller umgeschlagener Container von Schiff zu Schiff (Transshipment) umgeschlagen würden. "Das Umladen von Überseeschiff auf Feeder ist aber die Art des Hafenumschlags, die am wenigsten Arbeitsplätze und Wertschöpfung schafft. Nur wenige Minuten hochrationalisierte Arbeit werden hineingesteckt."

Die Schlussfolgerung der Kritiker: "Die geplante Elbvertiefung entbehrt jeglicher ökonomischer Grundlage und muss aus ökologischen Gründen unterbleiben."

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