headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Feuer in Chemiefabrik - Brand auf Tank mit giftigem Acrylnitril übergegriffen

Medizinische Leitlinien der BASF

Eine Stichflamme hat am 17. März einen Großbrand in dem Kölner Chemiewerk Ineos in Köln-Worringen ausgelöst. Aus einer undichten Ethylen-Leitung war eine etwa 15 Meter hohe Flamme emporgeschossen. Das Feuer griff auf einen großen Tank mit giftigem Acrylnitril über. Mitarbeiter eines nahe gelegenen Supermarkts mussten offenbar wegen Haut- und Augenreizungen ärztlich behandelt werden.

Das heftige Austreten des Gases hatte einen "düsenwerk-ähnlichen Krach" verursacht. Die Feuerwehr konnte die Flammen aus der Ethylen-Leitung nicht löschen, sonst hätte sie doch noch explodieren können, hieß es. Daher sollte das Ethylen bis zum Abend kontrolliert verbrennen.

Angrenzende Gebäude wurden wegen des Feuers vorsorglich evakuiert. Wegen der starken Flammen- und Rauchentwicklung waren 190 Einsatzkräfte vor Ort, darunter Feuerwehrleute und Notärzte. Die Löscharbeiten dauerten am Abend noch an.

Die an dem Ineos-Gelände angrenzende Autobahn 57 zwischen den Anschlussstellen Köln-Nord und Neuss-Süd wurde laut Polizei für mehrere Stunden gesperrt. Auch der S-Bahn-Verkehr zwischen Köln und Neuss kam den Angaben zufolge zeitweise zum Erliegen.

Acrylnitril - "Offene Flammen und Funkenbildung ist zu vermeiden"

Acrylnitril ist laut www.gifte.de eine leichtentzündliche, farblose bis gelbe Flüssigkeit mit stechendem Geruch. Gemische des Stoffes und der Luft sind explosibel. Bei einem Kontakt mit starken Basen beziehungsweise starken Oxidationsmitteln besteht akute Brand- und Explosionsgefahr. Da das Gas schwerer als die Luft ist, kann es sich am Boden ausbreiten. Somit ist auch eine Fernzündung möglich. Beim Erhitzen, unter dem Einfluss von Licht, Basen und Peroxiden polymerisiert der Stoff. Beim Erhitzen zersetzt er sich und bildet dabei toxische Dämpfe (Cyanwasserstoff, Stickoxide). Dabei besteht immer akute Brand- und Explosionsgefahr.

Die Chemikalie Acrylnitril kann den Angaben zufolge oral, über eine Inhalation oder über die Haut gewissermaßen als Kontaktgift aufgenommen werden. Sie reizt die Haut, die Augen und die Atemorgane. An den Augen kann es zu Rötungen, Schmerzen und einem verschwommenen Blick kommen. Auf der Haut kann die Substanz Rötungen, Schmerzen und Blasenbildungen hervorrufen.

Die beobachteten Symptome können offenbar auch erst nach längerer Zeit auftreten. Schon nach kurzen Einwirkungen sind angeblich Schädigungen der Leber und des zentralen Nervensystems möglich, so gifte.de. Der Stoff stehe zudem im Verdacht beim Menschen Krebs zu erzeugen. Die Empfehlung: "Offene Flammen und Funkenbildung ist zu vermeiden."

BASF: Acrylnitril kann zu allgemeinen Vergiftungserscheinungen führen

Auch der Chemieriese BASF hält die Chemikalie für alles andere als ungefährlich. Es handelt sich jedenfalls um eine von 31 Substanzen, für die die Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz der BASF SE "Medizinische Leitlinien" entwickelt hat. In den Empfehlungen der BASF heißt es: "Acrylnitril reizt die Haut, Augen und Atemwege. Es wird gut über die Atemwege, den Magen-Darm-Trakt und die intakte Haut aufgenommen und kann zu allgemeinen Vergiftungserscheinungen führen wie Kurzatmigkeit, Müdigkeit, Bewusstlosigkeit, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall und Gelbsucht."

Weiterhin können laut BASF zentralnervöse Störungen sofort oder auch zeitlich verzögert auftreten. Erste Anzeichen seien Reizbarkeit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Muskelschwäche. Im weiteren Verlauf können den Angaben zufolge Müdigkeit, Krämpfe, Halluzinationen, Bewusstlosigkeit und Koma auftreten. Weiterhin heiß tes: "Als Folge einer akuten Vergiftung können hypoxische Gehirnschäden zurückbleiben. Nach einer Inhalation kann sich eine erhöhte Suszeptibilität gegenüber Reizgasen entwickeln oder Lungengewebe zugrunde gehen."

Relativ geringe Konzentrationen von 16 ppm (parts per million) für 20 bis 30 Minuten können laut BASF zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Reizungen führen. "400 ppm für eine Stunde oder die Aufnahme von 2 Milligram pro Kilogramm Körpergewicht über die Haut können tödlich sein."

Die Gefahr von gesundheitlichen Folgeschäden schätzt der Chemiekonzern in seiner Information für Patienten wie folgt ein: "Die einmalige, kurzfristige Exposition gegenüber Acrylnitril, von der sich die betroffene Person schnell erholt, bewirkt normalerweise keine verzögerten oder andauernden gesundheitlichen Schäden. Nach der Einwirkung größerer Mengen kann es zu Hirn- und Leberschäden kommen."

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!