Fehlende Pressefreiheit in Deutschland?
Nahostexperte Tilgner verlässt ZDF wegen Beschränkungen bei Berichterstattung
Tilgner berichtet offenbar ab dem 1. April 2008 hauptsächlich für das Schweizer Fernsehen SF, so das Migros-Magazin. In der Schweiz hingegen seien Sendungen wie "Tagesschau" oder "10vor10" Institutionen. Dort habe er noch keine "Eingriffe" in seine Arbeit erlebt.
Der 60jährige Tilgner berichtet seit 1982 über den Nahen und mittleren Osten. Seit 2002 leitet der gebürtige Bremer das ZDF-Büro in Teheran. Für seine Berichterstattung über den Irak-Krieg erhielt der Reporter 2003 den Hanns-Joachim-Friedrich-Preis für Fernsehjournalismus. "Unter den extremen Bedingungen der Kriegsberichterstattung" hat er offenbar versucht, seine journalistische Unabhängigkeit zu bewahren. Das war beim ZDF offenbar unerwünscht.
Aufstand der ZDF-Korrespondenten: Beim ZDF ist es eher wie bei der "Bild"-Zeitung
Die Programmzeitschrift "Gong" berichtete unlängst über die Kritik mehrerer Auslandskorrespondenten des ZDF. So klagt Alexander von Sobeck, Studiochef in Paris, "dass wir immer stärker mit der privaten Konkurrenz mitschwimmen und leider unseren öffentlich-rechtlichen Auftrag vernachlässigen".
Sein Londoner Kollege, Ruprecht Eser, sieht "ganz klar eine Tendenz zur Verflachung". Ein Bericht über den Premierminister und seine politischen Probleme sei eher schwierig unterzubringen. "Ein Skandal aus dem Königshaus dagegen geht immer", kritisiert Eser.
Den Balkan-Korrespondenten des ZDF, Klaus Prömpers, beschleicht bisweilen das Gefühl, dass es im ZDF eher wie bei der "Bild"-Zeitung sei. Angefangen habe er aber bei der "FAZ des Fernsehens". Uwe Kröger, der für das ZDF aus New York berichtet, sagte, es gebe kaum mehr Sendezeit für politische Dokumentationen.
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Am 28. Mär. 2008 unter:
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