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Lafontaine kritisiert den Weg der Landesbanken an die Börsen

"Wahnwitzige Renditesucht"

Auch die Westdeutsche Landesbank (WestLB) hat im vergangenen Jahr mit 1,6 Milliarden Euro einen wesentlich höheren Verlust gemacht als erwartet. Bislang hatte das Institut einen Verlust von rund einer Milliarde in Aussicht gestellt. Im Jahr 2006 wies das Institut noch einen Gewinn von 799 Millionen aus. "Dass die WestLB einen Verlust von 1,6 Mrd. Euro vermeldet und der designierte Vorstandsvorsitzende Hilgert gleichzeitig verkündet, er wolle bis 2010 eine zweistellige Eigenkapitalrendite erzielen, offenbart den Irrsinn, der die Landesbanken antreibt, um auf Gedeih und Verderb den Weg an die Börse zu schaffen", kritisierte Links-Frakionschef Oskar Lafontaine. Von ihrem ursprünglichen öffentlichen Auftrag, sich für ganzheitliche Belange ihrer Region einzusetzen und aktiv an der Lösung wirtschaftlicher und sozialer Probleme mitzuwirken, hätten sich die Landesbanken längst verabschiedet. "Stattdessen verschleudern sie die von den Steuerzahlern zur Verfügung gestellten Gelder mit Spielcasino-Mentalität an den internationalen Finanzmärkten."

Lafontaine sieht offenbar das Grundproblem darin, dass das Ziel der Landesbanken, eine zweistellige Eigenkapitalrendite zu erzielen, mit dem normalen Bankgeschäft nicht möglich ist: "Mit einer vernünftigen Finanzierung von Unternehmen und anderen Projekten der Realwirtschaft lassen sich eben keine zweistelligen Renditen erwirtschaften", so Lafontaine, der eine "wahnwitzige Renditesucht" kritisiert.

Die Landesbanken seien wieder "auf ihren öffentlichen Auftrag zu verpflichten", so Lafontaine. Außerdem müsse die Haftung von Vorständen, Aufsichts- und Verwaltungsräten bei öffentlichen wie auch bei privaten Instituten verschärft werden, "um diesem Treiben ein Ende zu setzen".

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