Etwas mehr als ein Inflationsausgleich

Klinikärzte erhalten durchschnittlich vier Prozent mehr Lohn pro Jahr

Die 55.000 Klinikärzte in Deutschland haben eine Gehaltserhöhung durchgesetzt, die etwas über der jährlichen Inflationsrate liegt. Nach einem 26-stündigem Verhandlungsmarathon einigten sich der Marburger Bund und die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) am 8. April in Wiesbaden. Demnach sollen die Gehälter der Klinikärzte in diesem Jahr rückwirkend zum 1. April um "durchschnittlich" rund vier Prozent steigen. Zum 1. Januar 2009 steige das Gehalt um weitere 3,8 Prozent. Darüber hinaus sei der Forderung der Ärztegewerkschaft entsprochen und eine umgehende Anpassung der Ostgehälter an das Westniveau vereinbart worden.

"Der Marburger Bund hat mit diesem arztspezifischen Tarifabschluss einen Erfolg für die kommunalen Krankenhausärzte erzielt", sagte der Verhandlungsführer der Ärztegewerkschaft Lutz Hammerschlag am 8. April. Als Erfolg bezeichnete Hammerschlag, dass der Marburger Bund den Versuch der Arbeitgeber habe abwehren können, die Arbeitszeit der Mediziner von 40 auf 41,5 Wochenstunden zu erhöhen. Zeitnah werde die Große Tarifkommission der Gewerkschaft über die offizielle Annahme der Einigung beraten, kündigte er an.

VKA-Verhand­lungs­führer Joachim Finklenburg betonte: "Der Abschluss berücksichtigt arztspezifische Besonderheiten, liegt aber insgesamt in dem Volumen, das wir auch für die nicht-ärztlichen Beschäftigten in den Krankenhäusern vereinbart haben." Damit sei der Lohnzuwachs unter den Beschäftigten im Krankenhausbereich in 2008 und 2009 in etwa gleichhoch, hieß es. Für die nicht-ärztlichen Beschäftigten hatten VKA und die Gewerkschaften Verdi und dbb tarifunion am 31. März in Potsdam eine Einigung erzielt.

"Beide Tarifabschlüsse stellen schmerzliche Kompromisse dar", sagte VKA-Hauptgeschäfts­führer Manfred Hoffmann. Viele Krankenhäuser würden Schwierigkeiten haben, die Abschlüsse zu finanzieren, wenn sich "an der Krankenhausfinanzierung und der Deckelung der Budgets nichts ändert". Der Abschluss verursache in den kommunalen Krankenhäusern Mehrkosten in Höhe von rund 300 Millionen Euro über eine Laufzeit von 24 Monaten.

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