"Ausdruck einer dienenden Freiheit"

Medien sind für SPD-Chef Beck mehr als ökonomische Güter

SPD-Chef Kurt Beck nutzte den "Internationalen Tag der Pressefreiheit" am 3. Mai für kritische Töne gegenüber Journalisten und Medienkonzernen. Durch "völlig überzogene Renditeerwartungen" und "fortschreitende Pressekonzentration" könne die Pressefreiheit in Gefahr geraten, so Beck. Selbstverständlich müssten im Mediengeschäft Gewinne gemacht werden, und selbstverständlich diene ein Presseprodukt, das nicht gekauft werde, weder den Journalisten noch der Pressefreiheit. Gleichwohl seien Medien "mehr als ökonomische Güter", so Beck, denn der Kern der Arbeit in den Medien, die Pressefreiheit, sei nicht ohne Grund im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert.

Eine freie Presse gehöre zum unverzichtbaren Kern der Demokratie, die davon lebe, dass unterschiedliche Auffassungen miteinander ringen könnten, dass Meinungsvielfalt herrsche, aus der sich dann der demokratische Kompromiss herausschäle. Medien können nach Auffassung von Beck daher nicht allein am Ertragsinteresse ausgerichtet werden, zumal die grundgesetzlich garantierte Pressefreiheit kein persönliches Privileg von Medieneigentümern und -verantwortlichen sei, sondern "Ausdruck einer dienenden Freiheit".

"Der Journalismus, der die Wirklichkeit abbildet, ist besser als der, der sie inszeniert"

Beck plädierte für eine hohe Qualität im Journalismus. Die Globalisierung habe die Zusammenhänge nicht einfacher gemacht, und wer eine komplexe Welt erklären wolle, müsse das Komplexe verstehen, bevor er es anderen erkläre. Dabei seien "gute Journalisten besser als schnelle", und "der Journalismus, der die Wirklichkeit abbildet, ist besser als der, der sie inszeniert".

In diesem Zusammenhang sprach sich Beck dafür aus, journalistische Grundsätze nach dem Muster des Pressekodexes des Deutschen Presserates über Landesgrenzen hinweg zu definieren. Auch das müsse eine Folge der Globalisierung und erst recht des World Wide Webs sein, so Beck.

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