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Wasser im deutschen Atommüll-Bergwerk ASSE II radioaktiv belastet

Kritik an geplanter Flutung des Atommülls

Der Betreiber des Atommüll-Bergwerkes ASSE II hat auf Anfrage des Landkreises Wolfenbüttel eingeräumt, dass Wasserzuflüsse im Bereich der 750m-Sohle, auf der große Mengen Atommüll lagern, radioaktiv belastet sind. Es handelt sich offenbar um Cäsium-137 und damit um einen Stoff, der zweifelsfrei der technischen Kernspaltung zuzuordnen ist. Cäsium-137 kommt in der Natur nicht vor. Nach Auffassung von Kritikern des Asse-II-Koordinationskreises gibt es nur zwei Möglichkeiten: "Entweder ist bereits Atommüll in Lösung gegangen oder das zufließende Wasser wurde durch radioaktiven Fallout an der Erdoberfläche belastet." In Betracht kämen Tschernobyl (1986) oder die Atomwaffentests der 50er/60er Jahre. Das allerdings spräche für eine sehr unmittelbare Verbindung zwischen Atommüll und Erdoberfläche. Die Kritiker warnen eindringlich vor der geplanten Flutung des Atommülls.

"Das Einbringen von noch mehr Flüssigkeit mobilisiert ja gerade die radioaktiven Stoffe, statt sie zu binden", kritisiert Udo Dettmann vom ASSE-II-Koordinationskreis. "Angesichts der möglicherweise sehr direkten Wegsamkeit zur Erdoberfläche ein Irrsinn. Das hieße, den GAU der Endlagerung zum Super-Gau zu machen."

Mit der geplanten Flutung, so Dettmann, setze der Betreiber eine Herangehensweise fort, auf katastrophale Entwicklungen so zu reagieren, dass der Schaden schon in sehr kurzer Zeit größer ist als der Nutzen.

Bundesamt für Strahlenschutz: Radioaktive Ausgasungen in 150 Jahren

Es sei ein Skandal, dass die Öffentlichkeit die Informationen über das Ausmaß der Katastrophe nur in homöopathischen Dosen bekomme, moniert Dettmann. Am 29. Mai hätten die Kritiker Berechnungen des Bundesamtes für Strahlenschutz vom September 2007 veröffentlicht, wonach es bereits 150 Jahre nach der geplanten Flutung zu radioaktiven Ausgasungen komme. Den Berechnungen zufolge würden die radioaktiven Gase in so hohen Dosen entweichen, dass die Höchstwerte erwartungsgemäß um bis zu 400 Prozent überschritten werden.

In der vergangenen Woche sei ein Bericht des Betreibers vom Februar bekannt geworden, wonach es bereits Laugenzuflüsse im Bereich des Atommülls gebe. Erst auf Nachfragen der Kreisverwaltung habe der Betreiber jetzt zugegeben, dass dieses Wasser auch radioaktiv belastet sei. "Die Gefahr ist doch", so Dettmann sarkastisch, "dass der Atommüll schneller zu uns zurück kommt als die Wahrheit."

Im Umweltausschuss des Landkreis Wolfenbüttel wurde am 9. Juni auch nach der Haftung der Verantwortlichen gefragt. Die Brisanz dieser Frage reicht weit über den Standort hinaus. In die Kritik gerät beispielsweise Prof. em. Dr. Klaus Kühn, der nach Darstellung der Kritiker nicht nur die ASSE II geplant, befürwortet und zu verantworten habe, sondern ebenso beim Endlagerprojekt in Gorleben tätig gewesen sei.

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