Kritik an geplanter Flutung des Atommülls
Wasser im deutschen Atommüll-Bergwerk ASSE II radioaktiv belastet
"Das Einbringen von noch mehr Flüssigkeit mobilisiert ja gerade die radioaktiven Stoffe, statt sie zu binden", kritisiert Udo Dettmann vom ASSE-II-Koordinationskreis. "Angesichts der möglicherweise sehr direkten Wegsamkeit zur Erdoberfläche ein Irrsinn. Das hieße, den GAU der Endlagerung zum Super-Gau zu machen."
Mit der geplanten Flutung, so Dettmann, setze der Betreiber eine Herangehensweise fort, auf katastrophale Entwicklungen so zu reagieren, dass der Schaden schon in sehr kurzer Zeit größer ist als der Nutzen.
Bundesamt für Strahlenschutz: Radioaktive Ausgasungen in 150 Jahren
Es sei ein Skandal, dass die Öffentlichkeit die Informationen über das Ausmaß der Katastrophe nur in homöopathischen Dosen bekomme, moniert Dettmann. Am 29. Mai hätten die Kritiker Berechnungen des Bundesamtes für Strahlenschutz vom September 2007 veröffentlicht, wonach es bereits 150 Jahre nach der geplanten Flutung zu radioaktiven Ausgasungen komme. Den Berechnungen zufolge würden die radioaktiven Gase in so hohen Dosen entweichen, dass die Höchstwerte erwartungsgemäß um bis zu 400 Prozent überschritten werden.
In der vergangenen Woche sei ein Bericht des Betreibers vom Februar bekannt geworden, wonach es bereits Laugenzuflüsse im Bereich des Atommülls gebe. Erst auf Nachfragen der Kreisverwaltung habe der Betreiber jetzt zugegeben, dass dieses Wasser auch radioaktiv belastet sei. "Die Gefahr ist doch", so Dettmann sarkastisch, "dass der Atommüll schneller zu uns zurück kommt als die Wahrheit."
Im Umweltausschuss des Landkreis Wolfenbüttel wurde am 9. Juni auch nach der Haftung der Verantwortlichen gefragt. Die Brisanz dieser Frage reicht weit über den Standort hinaus. In die Kritik gerät beispielsweise Prof. em. Dr. Klaus Kühn, der nach Darstellung der Kritiker nicht nur die ASSE II geplant, befürwortet und zu verantworten habe, sondern ebenso beim Endlagerprojekt in Gorleben tätig gewesen sei.
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Am 12. Jun. 2008 unter:
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