Bundeswehr im Einsatz
Eingreiftruppe bleibt laut Jung "im Wesentlichen" im Norden Afghanistans
Jung selbst geht davon aus, dass deutsche Soldaten noch mindestens fünf bis zehn Jahre in Afghanistan stationiert sein werden. In diesem Zeitraum müsse es möglich sein, die "selbsttragende Sicherheit" durch die Ausbildung von afghanischen Soldaten und Polizisten aufzubauen. Wenn Kabul selbst in der Lage ist, im Land für Sicherheit zu sorgen, dann sei ein Stück der Aufgaben erfüllt.
Jung verabschiedet im nordrhein-westfälischen Lemgo am Abend den 250.000sten Soldaten ins Ausland seit Beginn der Auslandseinsätze 1992. Zu dem Kontingent gehören auch Soldaten des Panzergrenadierbataillons 212 aus Augustdorf, die die QRF bilden werden.
Buchholz: In Wirklichkeit nehmen die deutschen Soldaten teil an der Aufstandsbekämpfung
Nach Auffassung von Christine Buchholz, Mitglied im Geschäftsführenden Parteivorstand der Linken, macht die Bundesregierung mit der Entsendung der schnellen Eingreiftruppe "einen weiteren Schritt in den Sumpf des Afghanistan-Krieges". Jung behaupte, die Soldaten der Eingreiftruppe würden "Absicherungs- und Unterstützungshilfe" leisten, "in Wirklichkeit nehmen sie aber teil an der Aufstandsbekämpfung", so Buchholz.
Dass Jung von einer Verschärfung der Lage im Norden Afghanistans gesprochen habe, zeige, dass die Bundeswehr - als Teil des ISAF-Einsatzes - nicht zu einer Verbesserung, sondern einer Verschärfung der Lage im Norden Afghanistans beigetragen habe, kritisiert Buchholz. "Wenn die Bundeswehr jetzt mit einer Kampftruppe weiter aufrüstet, wird das zu einer weiteren Verschärfung der Lage führen. Jung macht mit der Schnellen Eingreiftruppe den Bock zum Gärtner. Frieden wird nicht mit Kampfflugzeugen und Schnellen Eingreiftruppen gebracht werden."
Deutschland sei Teil eines Krieges, den der Westen nicht gewinnen könne. Jung trage nicht nur dazu bei, dass ein Frieden in Afghanistan immer unwahrscheinlicher werde. Er bringe auch wissentlich die Soldaten der Schnellen Eingreiftruppe in Gefahr.
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