"Spitzensteuersatz greift zu früh"

Schreiner fordert Entlastung der Unter- und Mittelschicht

Der SPD-Linke Ottmar Schreiner ruft seine Partei angesichts der schlechten Umfragewerte der Sozialdemokraten zu einer "offensiven Gerechtigkeitsdebatte" auf. Nur damit könne die SPD aus dem Tief wieder herauskommen, sagte Schreiner am Montag (9. Juni) im ARD-"Morgenmagazin". Der überwiegende Teil der Menschen in Deutschland sei der Meinung, dass die Belastungen ungerecht verteilt seien. Daher müsse geklärt werden, wo Entlastungen vorgenommen und wo zusätzliche Belastungen zugemutet werden können.

Notwendig sei, auch die Mittelschichten zu entlasten, fügte der SPD-Bundestagsabgeordnete hinzu. Ob dies über Steuerentlastungen oder über eine Senkung der Sozialabgaben geschehe, sei letztlich zweitrangig. Entscheidend sei, dass die unteren und mittleren Einkommen deutlich entlastet werden müssen.

So greife der Spitzensteuersatz viel zu früh, während "in den obersten Etagen der Gesellschaft die Beiträge zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben in Deutschland so gering sind wie in keinem anderen europäischen Land", kritisierte Schreiner. Derzeit sei der Faktor Arbeit viel zu stark belastet. Dagegen müsse man "den gesamten Vermögensbereich" deutlich stärker belasten.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!