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Hessische Atomaufsicht bestätigt veraltete Sicherheitstechnik von Biblis

Stand von Wissenschaft und Technik

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW machte am 14. Juli 2008 einen "Vermerk" des Hessischen Umweltministeriums öffentlich, in dem bezogen auf das Atomkraftwerk Biblis wörtlich festgestellt wurde: "... denn die Anlage entspricht selbstverständlich nicht dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik ...". Damit bestätige das Ministerium den von der IPPNW seit Jahren praktisch wortgleich erhobenen Vorwurf, dass das Atomkraftwerk Biblis B nicht dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entspreche und sicherheitstechnisch völlig veraltet sei. Der Behördenvermerk vom 19. September 2005 wurde anlässlich eines Antrags der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW vom 9. September 2005 erstellt, der die Stilllegung von Biblis B zum Ziel hat. Die Organisation klagt inzwischen gemeinsam mit drei Privatpersonen beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof auf Stilllegung des Altmeilers.

Der fehlende Stand von Wissenschaft und Technik von Biblis B zeigt sich laut IPPNW daran, dass das Atomkraftwerk mehr als 150 schwere und praktisch nicht behebbare Sicherheitsmängel aufweise.

In der Klage würden beispielsweise allein 16 Mängel hinsichtlich der Beherrschung "der äußerst gefährlichen Dampferzeuger-Heizrohrlecks" vorgebracht, sagte ein Sprecher der IPPNW. Am 19. Dezember 1998 habe es in Biblis B bereits ein kleines Leck an einem Dampferzeuger-Heizrohr gegeben. Wenn es morgen ein etwas größeres Leck an einem solchen Rohr gebe, dann könne es "aus 16 Gründen zur Katastrophe kommen". Ein internationaler OECD-Vergleich habe zudem gezeigt, dass die "Kernschmelzfestigkeit" von Biblis B katastrophal schlecht sei.

Hessische Atomaufsicht: Kein Kommentar zu dem eigenen Behördenvermerk

Das hessische Umweltministerium hat die Darstellung der atomkritischen Gruppe IPPNW zurückgewiesen, das Kernkraftwerk Biblis sei auch nach Auffassung der Behörden sicherheitstechnisch veraltet. Das hessische Atomkraftwerk werde laufend kontrolliert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag (14. Juli) in Wiesbaden der Nachrichtenagentur AP. Die Behörde halte Biblis für sicher. Zu dem zitierten Behördenvermerk wollte der Ministeriumssprecher allerdings nichts sagen.

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