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Jugendlichen soll Nutzung von Solarien verboten werden

"Erheblich erhöhtes Hautkrebsrisiko"

Minderjährigen soll aus gesundheitlichen Gründen die Nutzung von Solarien untersagt werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf sei Bestandteil des geplanten Umweltgesetzbuches, das "noch in diesem Jahr, spätestens aber im ersten Halbjahr 2009" verabschiedet werden solle, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) am Mittwoch (20. August) bei der Vorstellung des Jahresberichts 2007 des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Berlin. Insbesondere für Minderjährige, die regelmäßig ins Sonnenstudio gehen, erhöhe sich das Hautkrebsrisiko "erheblich". Daher solle auf Gesetzesebene "ein klares Nutzungsverbot für Kinder und Jugendliche ausgesprochen werden". BfS-Präsident Wolfram König verwies darauf, dass in den vergangenen Jahren ein ständiger Anstieg der Hautkrebs-Erkrankungen registriert worden sei. Mittlerweile gebe es 140.000 Neuerkrankungen pro Jahr, mit steigender Tendenz, die hauptsächlich durch UV-Strahlenbelastung verursacht würden. Laut BfS ist allerdings die Sonne "die wichtigste UV-Strahlenquelle", wobei offenbar der Abbau der Ozonschicht durch freigesetzte Industrie-Chemikalien auch künftig noch zur weiteren Zunahme der Hautkrebsfälle beitragen könnte: "Eine erwartete Verringerung des Gesamtozongehaltes in der Atmosphäre" würde den negativen Einfluss der Sonne auf die menschliche Gesundheit "weiter erhöhen", heißt es auf der Website der Strahlenschutzbehörde.

Der Gesamtozongehalt in unseren Breitengraden unterliegt laut BfS jahreszeitlichen, natürlichen Schwankungen mit einem Maximum im Frühjahr und einem Minimum im Herbst.

In den letzten Jahren seien jedoch zunehmend extrem niedrige Werte, so genannte "Mini-Ozonlöcher", gerade im Spätwinter und Frühjahr registriert worden. Dies sei vornehmlich auf den Zustrom ozonarmer Luft aus subtropischen Breiten zurückzuführen. Hinzu kommt laut BfS der Einfluss des Ozonabbaus durch Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW): "Durch die Auflösung des Polarwirbels im Frühjahr kann auf Grund des FCKW-bedingten Ozonabbaus außerdem polare Luft mit geringem Ozongehalt in die gemäßigten Breiten transportiert werden."

Durch eine Verringerung der Ozonkonzentration in der Atmosphäre erhöhe sich vor allem die Intensität der UVB-Strahlung. Das bedeute, dass zusätzlich sehr energiereiche UV-Strahlung den Erdboden erreiche, so die Strahlenschutzbehörde. "Da die biologische Wirksamkeit dieses Strahlungsanteils sehr groß ist, haben auch kleine Änderungen des Ozongehaltes in der Stratosphäre erheblichen Einfluss auf das Gefährdungspotential der Sonnenstrahlen an der Erdoberfläche."

"Die Haut vergisst nichts"

In den letzten Jahrzehnten ist laut BfS eine besorgniserregende Zunahme der Hautkrebserkrankungen zu beobachten. Diese Zunahme stehe im Zusammenhang mit einer erhöhten UV-Exposition, die - so die Behörde - "vor allem" auf ein verändertes Freizeit- und Sozialverhalten großer Teile der Bevölkerung zurückzuführen sei. Der häufigere Aufenthalt in der Sonne, Urlaubsreisen in südliche Länder und die Nutzung von Solarien führten in den letzten Jahrzehnten zu einem stetigen Anstieg der UV-Exposition der Bevölkerung. Als weitere Risikofaktoren gelten laut BfS generell eine familiäre Häufung von Hautkrebserkrankungen und die Zugehörigkeit zum Hauttyp I und II.

Dabei werde die UV-Strahlung gerade bei Kindern und Jugendlichen häufig unterschätzt. "80 Prozent der UV-Lebensdosis erhält man im Alter bis zu 18 Jahren", so König. Der Körper reagiere darauf erst nach Jahren oder Jahrzehnten.

"Die Haut vergisst nichts", warnte König. Deshalb sei insbesondere bei Kindern und Jugendlichen entsprechende Fürsorge notwendig. Der Sonnenschutz müsse "so selbstverständlich werden wie das Anlegen des Sicherheitsgurtes im Auto", mahnte der BfS-Präsident.

Er betonte zugleich, dass es bei einer Früherkennung von Hautkrebs gute Heilungschancen gebe. Seit Anfang Juli bieten die Krankenkassen kostenlos Untersuchungen zur Früherkennung von Hautkrebs an.

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