Saar-SPD fordert Parteiaustritt
SPD-Mann organisiert Wahlkampf für Linkspartei
"Herr Lehnert hat sich in den letzten Tagen in Interviews in einer Art geäußert, die nicht akzeptabel ist. Er hat seine SPD-Mitgliedschaft dazu benutzt, um gegen die SPD zu agitieren", begründete Bischoff die Entscheidung, Lehnert einen Austritt nahezulegen. Nun wolle man zunächst abwarten, wie Lehnert reagiere.
Dieser zeigte sich irritiert. "Ich habe nicht das Gefühl, dass ich gegen die Partei gehandelt habe", sagte er. Er habe niemals dazu aufgefordert, die Linke zu wählen. Die Organisation des Linke-Wahlkampfs habe er als freischaffender Werbeberater übernommen. "Das hat rein gar nichts mit meiner Tätigkeit in der SPD zu tun." Deshalb wolle er der Aufforderung zum Austritt auch nicht nachkommen, sondern zunächst eine Begründung dafür abwarten.
Lehnert, der nach eigenen Angaben seit 35 Jahren Mitglied der SPD ist, hatte bereits in den 1980er Jahren die SPD-Wahlkämpfe für Oskar Lafontaine organisiert. Nun habe ihn eben die Linke gefragt, ob er die Organisation übernehme. Für den Wahlkampf wollte er sich in seinem SPD-Ortsverband beurlauben lassen. "Hätte mich die SPD gefragt, hätte ich es auch wieder für die SPD gemacht", sagte Lehnert. Einen Vergleich mit dem Parteiausschlussverfahren des ehemaligen SPD-Bundesvize Wolfgang Clement lehnte Lehnert ab. Clement sei im Vergleich zu ihm in einem hohen Amt bei der SPD gewesen.
Auch die saarländische Linkspartei konnte die Forderung der SPD nicht verstehen. "Wir halten das für absolut kleinkariert", sagte die Landesgeschäftsführerin Pia Döring. Man müsse klar zwischen dem beruflichen Engagement Lehnerts und dessen Tätigkeit im SPD-Ortsverband Alt-Saarbrücken unterscheiden. "Auch die SPD sollte wissen, dass Herr Lehnert diese beiden Tätigkeiten klar voneinander trennen kann", sagte Döring. Die Linke habe Lehnert wegen seines Potenzials als Wahlkampforganisator angesprochen. Bedenken wegen seiner Mitgliedschaft in der SPD habe es nicht gegeben.
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Am 29. Aug. 2008 unter:
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