Verbot auf Flüchtende zu schießen
Soldaten in Afghanistan missachteten möglicherweise Einsatzregeln
Außerdem sollen flüchtende Fahrzeuge mit Schüssen auf die Reifen oder in den Kofferraum gestoppt werden, weil sie keine unmittelbare Bedrohung mehr darstellen. Die Schüsse an der Straßensperre bei Kundus am Donnerstagabend seien jedoch durch die Fenster des Autos gegangen.
Nach Bundeswehrangaben waren an der Sperre zunächst zwei Fahrzeuge gestoppt worden. Als einer der Wagen plötzlich wieder anfuhr, schossen Sicherungskräfte auf das Auto. Eine Frau und zwei Kinder wurden getötet, zwei weitere wurden verletzt.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU), sagte der "Passauer Neuen Presse": "Ich gehe davon aus, dass sich unsere Soldaten entsprechend ihres Auftrags verhalten haben. Man kann von keinem Soldaten verlangen, dass er in einer für ihn unüberschaubaren lebensbedrohenden Situation nicht reagiert." Es werde in alle Richtungen ermittelt. "Hier müssen sich die afghanischen Sicherheitsdienste beteiligen", forderte er.
Schmidt wies Forderungen nach einem schnellen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zurück. "Wenn bei jedem tödlichen Vorfall der Abzug der Truppen gefordert wird, schwächt das die Position der NATO und der Soldaten vor Ort", sagte Schmidt. Ein Abzug der Truppe wäre verantwortungslos. "Wer das will, fällt nicht nur den deutschen Soldaten in den Rücken, er schadet auch dem afghanischen Volk", sagte Schmidt.
Mit Blick auf die Sicherheitslage sagte der CSU-Politiker: "Die Gefahr ist größer geworden, ganz klar. Aber es besteht kein Anlass, den Einsatz in Frage zu stellen. Der Auftrag der Bundeswehr in Afghanistan steht nicht zur Disposition."
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Am 01. Sep. 2008 unter:
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