Nach heftigen Protesten

Deutsche Bahn AG stoppt Bedienzuschlag

Nach heftigen Protesten hat die Deutsche Bahn AG den geplanten Bedienzuschlag gekippt. Der Bahn-Konzern hatte geplant, eine spezielle "Service-Gebühr" für den Verkauf von Fernfahrkarten am Schalter oder per Telefon zu kassieren. Nun verzichtet das Unternehmen auf den Bedienzuschlag von 2,50 Euro. Verkehrsminister Wolfang Tiefensee (SPD) führte das auf Gespräche mit Bahnchef Hartmut Mehdorn zurück. Die Bahn sei zur Vernunft gekommen. Der Bahn-Konzern machte zu den Hintergründen der Entscheidung keine genaueren Angaben. In einem Brief der Bahn an ihre Mitarbeiter hieß es jedoch: "Die emotionale Diskussion dieses Themas in der Öffentlichkeit" zeige, "dass der geplante Bedienzuschlag auf grundsätzliche Ablehnung stößt". Der Unternehmensvorstand habe sich daher entschieden, den Zuschlag nicht einzuführen.

Tiefensee sagte, "ich freue mich, dass meine intensiven Gespräche in den letzten zwei Wochen mit dem Vorstandsvorsitzenden der DB AG dazu geführt haben, dass der Bedienzuschlag nun endgültig vom Tisch ist."

Mehdorn hatte noch am Mittwoch den Bedienzuschlag verteidigt und zugleich weitere Ausnahmen für Besitzer von Senioren-BahnCards und Behinderte in Aussicht gestellt. Die Proteste hatten sich jedoch am Donnerstag erneut verschärft, nachdem das Unternehmen bekanntgegeben hatte, dass die Service-Gebühr pro Strecke erhoben werden sollte.

Die Gewerkschaft Transnet begrüßte den Verzicht auf den Bedienzuschlag. Vorstandsmitglied Karl-Heinz Zimmermann sagte, "der öffentliche Druck war zu groß, das Vorhaben umstritten. Wir verlangen dennoch eine Standortgarantie für die Reisezentren, deren Schalter, Öffnungszeiten und Personal, wie von DB-Chef Mehdorn zugesagt. Der personenbediente Verkauf ist Garant für einen komplexen Kundenservice im Vertrieb."

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