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Atomkraftgegner kündigen Straßenblockaden gegen Atommüll-Transport an

Castor rollt Anfang November wieder

Atomkraftgegner rüsten sich für den nächsten Transport in das Atommüll-Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben. Mit Straßenblockaden wollen sie den Anfang November erwarteten Transport stoppen. "Wir planen am 9. und 10. November eine große Blockadeaktion auf der Transportstrecke", sagte der Sprecher der wendländischen Initiative "X-tausendmal quer", Jochen Stay, am Montag (29. September). Die Gruppe "Widersetzen" aus dem Kreis Lüchow-Dannenberg kündigte ebenfalls Sitzblockaden an. Für den 8. November haben Bürgerinitiativen zu einer bundesweiten Demonstration in Gorleben aufgerufen.

Nach Angaben der Atomkraftgegner soll der Transport mit elf Castor-Behältern am 7. November an der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague starten. Bis Dannenberg werden die Behälter mit dem Zug gebracht und dort auf Spezial-Lkw umgeladen. Von dort aus geht es auf der Straße in das 20 Kilometer entfernte Zwischenlager in Gorleben. Das Innenministerium in Hannover und die Polizei machen grundsätzlich keine Angaben zu den Transportterminen.

Die zweitägige Sitzblockade werde im Dorf Gorleben selbst stattfinden, sagte Stay. Die Blockade sei "natürlich nicht erlaubt, aber trotzdem legitim". Man werde der Polizei nicht freiwillig weichen, wolle aber keine Eskalation. In den Tagen zuvor könnten sich Teilnehmer vor Ort in Camps oder bei einem "gewaltfreien Aktionstraining" auf die Blockade vorbereiten.

Die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg kündigte ein Kulturprogramm "zur Einstimmung auf den Castortransport" an. Ab Anfang Oktober werde es an der Transportstrecke und im gesamten Landkreis Lüchow-Dannenberg Lesungen, Konzerte und Theateraufführungen geben. Atomkraftgegner aus Lüneburg haben für den 5. Oktober zu einer Fahrraddemonstration an der Castorstrecke aufgerufen.

Atommüll ist heißer und strahlt stärker

Die Abfälle aus La Hague werden in diesem Jahr erstmals in Castorbehältern französischer Bauart nach Gorleben gebracht. Der Einsatz neuer Container war nötig geworden, weil der noch zu transportierende Restmüll wegen des stärkeren Abbrands der AKW-Brennstäbe heißer ist und stärker strahlt, als die bisher angelieferten Abfälle.

Im kommenden Jahr soll kein Castortransport rollen, angeblich weil es Verzögerungen bei der Prüfung der deutschen Behälter vom Typ HAW 28 M gab. Im nächsten Jahr ist auch Bundestagswahl.

Insgesamt stehen aus La Hague noch drei Atommülltransporte nach Gorleben mit jeweils elf Castorbehältern an. Anschließend sollen noch 21 Behälter aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield in den Kreis Lüchow-Dannenberg gebracht werden. Bislang stehen im oberirdischen Gorlebener Zwischenlager 80 Castoren mit hochradioaktivem Atommüll. Ob es am Standort jemals ein unterirdisches Endlager gibt, ist offen.

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