Atomkraftgegner fordern Rückholung
Experten beraten über Flutung des Atomlagers Asse
Der neue Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), räumt der Arbeit in der Asse nach eigenen Angaben "höchste Priorität" ein. "Die Menschen wollen zurecht wissen, welches Risiko von den nuklearen Abfällen in dem Bergwerk ausgeht und welche fachlich belastbaren Vorschläge zur Lösung des Problems existieren", sagte BfS-Präsident Wolfram König.
Akzteptanzbeschaffung für Atommüll: "Vertrauen der Anwohner"
"Wir wollen mit größtmöglicher Transparenz vorgehen, um das Vertrauen der Anwohner zu gewinnen", kündigte König an. Das BfS könne aber erst tätig werden, wenn das Bundeskabinett wie angekündigt Ende September den Betreiberwechsel formal vollzogen habe. Vertreter der Bundesregierung, der niedersächsischen Landesregierung und von Behörden kamen am Freitagnachmittag in Salzgitter zusammen, um Einzelheiten des Betreiberwechsels für die Asse zu klären.
Niedersächsisches Umweltministerium soll Hinweise übersehen haben
Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Verweis auf den am Mittwoch bekanntgemachten Statusbericht zur Asse berichtete, hätte das niedersächsische Umweltministerium schon vor zweieinhalb Jahren über radioaktiv verseuchte Lauge im Atommülllager Asse informiert sein können. Es hätte jedoch entsprechende Hinweise in einer Dokumentation übersehen.
Danach erhielt das Ministerium 2006 vom Betreiber einen Bericht, in dem die Einleitung von radioaktiv belasteten Lösungen aus der 750-Meter-Sohle in den Tiefenaufschluss des Bergwerks geschildert wird.
Die Linke im niedersächsischen Landtag zeigte sich "sprachlos", dass das Ministerium die Informationen über die Laugenaustritte "überlesen" habe.
Die Anti-Atom-Bewegung berät an diesem Wochenende in Braunschweig über Konsequenzen aus den Pannen im Atommülllager Asse. Auf der Tagesordnung des dreitägigen Treffens stehe zudem der Protest gegen weitere Castortransporte nach Gorleben, sagte Konferenz-Sprecher Peter Dickel am Freitag.
DGB: Asse II nicht per Flutung stilllegen
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erklärte sich in einem Grußwort an die Herbstkonferenz mit den Forderungen der Atomkraftgegner in der Region Asse solidarisch. "Wir fordern, Asse II nicht per Flutung stillzulegen. Der Atommüll muss rückholbar bleiben", heißt es in dem Schreiben. Gewerkschaften unterstützen seit langem auch den Protest gegen das geplante Atommüllendlager Schacht Konrad nahe Salzgitter.
Nach Angaben von Umweltschützern aus Lüchow-Dannenberg soll in der zweiten Novemberwoche wieder ein Castortransport aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ins Zwischenlager Gorleben rollen. Bereits Mitte Juli hatten Atomkraftgegner für den 8. November in Gorleben eine bundesweite Demonstration gegen den Transport angekündigt.
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Am 05. Sep. 2008 unter:
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