"Bayern und Baden-Württemberg verweigern Standortvergleich"

Umweltaktivisten demonstrieren vor Atommüllendlager Morsleben

Vor dem Atommüllendlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Morsleben haben am Freitag (10. Oktober) bei einem Besuch von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) Atomkraftgegner demonstriert. Peter Dickel von der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad sagte, in Morsleben gebe es ähnliche Probleme mit der Sicherheit wie in dem in die Schlagzeilen geratenen Standort im niedersächsischen Asse. Gabriel wollte sich am Vormittag über die laufenden Sicherungsmaßnahmen und die Pläne zur dauerhaften Schließung von Morsleben informieren. Der Minister sagte, die Bevölkerung habe kein Vertrauen mehr in die Endlager. Einzige Chance sei, alles offen zu legen, die Menschen zu beteiligen und eine kritische Debatte zu führen.

Das größte Problem sei, dass Bayern und Baden-Württemberg zu feige seien, einen Standortvergleich für ein Endlager für hoch radioaktiven Müll zuzulassen.

Morsleben liegt in der Nähe der niedersächsischen Landesgrenze und war das Atommüllendlager der DDR. Mit der Wiedervereinigung ging es 1990 in Bundesbesitz über. In dem Salzstock lagern 36 750 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver Atommüll. 1998 verhängte das Oberverwaltungsgericht Magdeburg einen Einlagerungsstopp. Das Bundesamt für Strahlenschutz als Betreiber bereitet derzeit die atomrechtliche "Schließung" des Endlagers vor.

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