Kohlekraftwerk in Mannheim

"Saubere Kohle ist eine dreckige Lüge"

Aktivisten der Umweltschutzorganisation Robin Wood haben am Dienstag (14. Oktober) einen Verladekran des Großkraftwerks Mannheim besetzt und in etwa 40 Meter Höhe ein Transparent mit der Aufschrift "Saubere Kohle ist eine dreckige Lüge" entrollt. Mit ihrer Aktion protestieren sie gegen das Vorhaben der Großkraftwerk Mannheim AG und deren Eigner MVV, EnBW und RWE, den extrem klimaschädlichen und versorgungstechnisch überflüssigen 911 Megawatt-Kohlekraftwerksblock an den Rhein zu stellen.

Am Dienstag lief die Einwendefrist im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren um den neuen Mannheimer Kohlekraftwerksblock 9 ab. Das Bürgerbündnis "Für die Energiewende - Nein zu Block 9" kritisiert in seinen Einwendungen vor allem "die giftigen Abgase, die das neue Kraftwerk ausstoßen würde, darunter hochtoxische Schwermetalle, Smog verursachende Stickoxide, gesundheitsschädlichen Feinstaub und das für den Klimawandel mitverantwortliche Gas Kohlendioxid." Zudem würde nach Auffassung der Kritiker "der am Bedarf der Region vorbei geplante Neubau" die Verstromung von Kohle in Mannheim auf weitere 40 Jahre festschreiben.

Robin Wood fordert statt des neuen Kraftwerksblocks "den sofortigen Umstieg auf erneuerbare Energien. Dieser muss einhergehen mit einer Dezentralisierung der Energieproduktion unter Nutzung effizienter Kraft-Wärme-Kopplung und einer Senkung des Energieverbrauchs."

"Für den Gemeinderat scheint nicht das Wohl der Menschen im bereits jetzt stark belasteten Rhein-Neckar-Dreieck im Vordergrund zu stehen, sondern der Profit des Energieversorgers MVV und der großen Konzerne", meint Dirk Seifert, Energiereferent von Robin Wood. "Auch an die Klimafolgen einer solch kurzsichtigen Politik denkt anscheinend niemand. Wir fordern daher die Mannheimer Bevölkerung auf, der Klimapolitik ihrer Stadtoberen die Rote Karte zu zeigen und zu einem Ökostromanbieter zu wechseln."

Im Rahmen eines öffentlichen Erörterungstermins am 26. November 2008 will das Regierungspräsidium über die eingegangenen Einwendungen befinden. "Sollten die Einwendungen keine Berücksichtigung finden, wird über Klagen nachgedacht", kündigten die Umweltschützer an.

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