"Gescheiterte Wissenschaftler" zurückholen

Laut Bundesregierung fehlen in Deutschland 70.000 Wissenschaftler

Nach Angaben des Bundesbildungsministeriums fehlen in Europa derzeit 700.000 Wissenschaftler, 10 Prozent davon in Deutschland. Die Lücke will das Ministerium durch Programme für den wissenschaftlichen Nachwuchs schließen, wie Staatssekretär Michael Thielen am Dienstag (28. Oktober) in Berlin sagte. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnte am Dienstag ebenfalls vor einem Mangel an Wissenschaftlern: In den Jahren 2009 bis 2020 müssten jährlich 2700 Hochschullehrer jährlich eingestellt werden, um die aus Altersgründen ausscheidenden Professoren zu ersetzen.

Zurzeit würden jährlich bereits 600 Wissenschaftler fehlen. Ein Bund-Länder-Programm zur Finanzierung von 10.000 zusätzlichen Stellen für promovierte Nachwuchswissenschaftler sei daher dringend notwendig, forderte GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller.

Einen ersten Anlaufpunkt für junge Wissenschaftler bietet laut Bildungsministerium ab sofort das Programm "KISSWIN" der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Das Programm soll Studierende ermutigen, einen wissenschaftlichen Weg einzuschlagen und gescheiterte Wissenschaftler an die Universitäten zurückholen. Das vom Bildungsministerium geförderte Internetportal ging am Dienstag online.

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