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Goppel und Herrmann lehnen einen Verzicht auf ihre Kandidaturen ab

Wachsender Druck auf Seehofer-Konkurrenten

Im CSU-Machtkampf um die Nachfolge des bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein bekommt Bundesagrarminister Horst Seehofer teilweise Unterstützung aus der Partei. Zugleich wächst der Druck auf Innenminister Joachim Herrmann und Wissenschaftsminister Thomas Goppel, ihre Kandidaturen vor der entscheidenden Sitzung der CSU-Fraktion am Mittwoch zurückzuziehen. Beide Bewerber lehnten aber am Montag (6. Oktober) einen Verzicht zugunsten Seehofers ab. Auch sie können auf Unterstützung aus der Partei verweisen.

"Die Wahl ist noch offen", so Goppel. Er führe mit Seehofer und Herrmann weitere Gespräche. Herrmann sagte: "Ich denke, dass wir am Mittwoch dann eine kluge Entscheidung hinbekommen werden."

Für Seehofer warben die Vorsitzenden der CSU-Bezirksverbände Niederbayern und Schwaben, Manfred Weber und Markus Ferber, sowie der oberfränkische CSU-Bezirkschef Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg. Die sieben Münchner CSU-Landtagsabgeordneten sprachen sich ebenfalls dafür aus, dass der designierte Parteichef auch das Amt des Ministerpräsidenten übernimmt. Der mittelfränkische CSU-Bezirksvorstand unterstützte dagegen die Kandidatur seines Vorsitzenden Herrmann.

Seehofer hatte in der vergangenen Woche eine Bewerbung für den Fall angekündigt, dass sich die CSU-Landtagsfraktion nicht auf einen Bewerber aus ihrer Mitte einigen kann. Am Samstag verlangte der mächtige CSU-Bezirk Oberbayern, der Bundesagrarminister solle Ministerpräsident werden. Münchens CSU-Bezirkschef Otmar Bernhard betonte am Montag: "Dies verspricht die größtmögliche politische Durchsetzungskraft in Berlin und in München."

Weber legte Herrmann und Goppel nahe, auf ihre Kandidatur zu verzichten. Der niederbayerische CSU-Bezirkschef sagte: "Die CSU und ihre Anhänger wünschen sich Horst Seehofer als CSU-Chef und Ministerpräsident. Deshalb hoffe ich, dass die anderen Kandidaten verantwortungsbewusst mit dieser Erkenntnis umgehen und mithelfen, eine Entscheidung im Miteinander zu finden." Auch Ferber mahnte, nach dem CSU-Debakel bei der Landtagswahl müssten die Kräfte gebündelt werden.

Der mittelfränkische CSU-Bezirksvorstand warb dagegen am späten Sonntagabend in Röthenbach einstimmig für Herrmann. In dem entsprechenden Beschluss heißt es, man sei überzeugt davon, dass der Innenminister "die ganze CSU-Landtagsfraktion mit allen Landesteilen einigt und repräsentiert". Der unterfränkische CSU-Bezirksvorstand sprach sich bei einem Treffen in Würzburg ebenfalls einstimmig für eine Doppelspitze aus. Es gab aber keine Festlegung auf Herrmann oder Goppel.

Guttenberg sagte, es sei nun dringend geboten, dass die Partei zur Ruhe komme. Dies könne am besten gelingen, wenn Seehofer neben dem Parteivorsitz auch das Amt des Ministerpräsidenten übernähme. Im oberfränkischen CSU-Bezirksverband gebe es allerdings keine klare Präferenz für einen der drei Kandidaten.

Herrmann betonte, die CSU sei mit einer Doppelspitze weiter besser aufgestellt. Auch Goppel warnte, die Zuspitzung auf eine Person sei in den Tagen der Globalisierung ein Fehler. Deshalb plädiere er "für eine Mannschaft, in der zwei Leute, in Berlin und München, gemeinsam im Ringen um die besten Lösungen für unser Land sind". Goppel mahnte zudem: "Die Fraktion will die Auswahl."

Die CSU-Fraktion soll am Mittwoch zunächst über ihren künftigen Vorsitzenden und erst danach über die Beckstein-Nachfolge entscheiden. Das geht aus der Einladung an die CSU-Abgeordneten zu der Sitzung hervor. CSU-Fraktionschef Georg Schmid will erneut kandidieren.

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