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Gabriel und Jentzsch auf der Suche nach einem sicheren Atommüll-Endlager

"Entsorgungskommission (ESK)"

Vor über 40 Jahren protestierten die Anwohner im niedersächsischen Remlingen gegen die Einlagerung von Atommüll im Salzbergwerk "Asse II". Vergebens: 130.000 Fässer mit radioaktivem Müll wurden eingelagert. Heute fordern die Einwohner die Rückholung des Atommülls und verlangen die politische Weichenstellung für einen verantwortungsbewussten Umgang mit atomarem Abfall in Deutschland. Bei den Fragen der nuklearen Entsorgung setzt das Bundesumweltministerium nun auf den Sachverstand von unabhängigen Experten aus dem In- und Ausland. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) berief jetzt bei der konstituierenden Sitzung Professor Gerhard Jentzsch von der Friedrich-Schiller-Universität Jena in die neue Entsorgungskommission (ESK) des Ministeriums. "Es ist die große Chance, meine wissenschaftliche Tätigkeit gesellschaftsrelevante Früchte tragen zu lassen", kommentierte der Jenaer Experte seine Berufung.

Der 61-jährige Lehrstuhlinhaber für Angewandte Geophysik beschäftigt sich seit mehr als 18 Jahren mit der Standortsicherheit von Kernkraftwerken und Nuklearanlagen und beriet Anfang der 1990er Jahre bereits das niedersächsische Umweltministerium. Ab 1999 arbeitete er im Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandort (AkEnd) des Bundesumweltministeriums mit, in dem Kriterien für die Suche nach einem Endlagerstandort für radioaktiven Abfall aufgestellt wurden. Der Arbeitskreis bestand vier Jahre lang.

Nun soll die elfköpfige ESK das Bundesministerium in allen Angelegenheiten der Entsorgung nuklearen Abfalls beraten. Sie tritt damit neben die bereits seit Jahren bestehende Reaktorsicherheitskommission (RSK) und die Strahlenschutzkommission (SSK). Insbesondere die Behandlung und Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle und bestrahlter Brennelemente, die Stilllegung kerntechnischer Einrichtungen und die Endlagerung aller Arten von radioaktiven Abfällen sind die Themen der ESK.

"Eine der ersten Handlungen der Kommission wird voraussichtlich die Bildung einer Ad-hoc-Gruppe sein, die sich mit der 'Asse' auseinandersetzt", so Jentzsch. Dringend notwendig sei eine Besichtigung des ehemaligen Salzbergwerks durch die Experten. Doch das übergeordnete Ziel der ESK, so der Geophysiker, sei nach wie vor, ein Endlager in Deutschland zu finden, in dem radioaktiver Müll sicher aufgehoben ist.

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