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Vandalismus an der Berliner Humboldt-Universität

Ausstellung über Nazi-Unrecht

Nach der teilweisen Zerstörung einer Ausstellung über Nazi-Unrecht in der Berliner Humboldt-Universität sind Forderungen nach Konsequenzen laut geworden. Während einer Schüler-Demonstration hatten am Mittwoch rund 1000 Teilnehmer das Universitätsgebäude gestürmt und Schautafeln der Ausstellung zerstört. Die Berliner Bundestagsabgeordnete Monika Grütters (CDU) forderte den rot-roten Senat auf, die Beteiligten über die Schulleitungen und Lehrer zur Rechenschaft zu ziehen. Die Initiative "Bildungsblockaden einreißen" distanzierte sich von der Randale. Der Präsident der Humboldt-Universität, Christoph Markschies, kündigte an, dass die Ausstellung wieder komplett hergestellt werde. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süsskind, sprach am Donnerstag (13. November) von einer Beleidigung der Jüdischen Gemeinde und verlangte von der Schülervertretung eine Entschuldigung.

Süsskind sagte, nach ihren Informationen seien bei der Aktion am Mittwoch auch antisemitische Äußerungen gefallen. Falls sich dies bestätigen sollte, müssten die Jugendlichen "so hart wie möglich bestraft" werden. Sie verlangte, dass sich die Schülervertretung für die "blinde Zerstörungswut" bei der Jüdischen Gemeinde entschuldigt. Ebenso müssten sich die Schüler weiter mit diesem Thema befassen.

Grütters betonte, "derartige Entgleisungen dürften nicht im Schutze der Anonymität hingenommen werden". Die Demonstranten hätten mit ihrem Vorgehen "vermeintliche Bildungsziele" diskreditiert.

Ein Sprecher der Initiative "Bildungsblockade einreißen", die zu dem Streik aufgerufen hatte, sagte, die Schüler wollten mit der Universität in Kontakt treten und ihre Hilfe anbieten. Er bezweifle, dass die Randalierer mutwillig eine Ausstellung beschädigt hätten. Die Jugendlichen hätten eher die Chance wahrgenommen, ihre "Macht zu demonstrieren".

Aus einer Demonstration für bessere Bildung heraus waren die Schüler am Mittwoch in das Universitätsgebäude eingedrungen und hatten im Foyer Schautafeln der Ausstellung "Verraten und Verkauft. Jüdische Unternehmen in Berlin 1933-1945" zerstört. Auch sollen Fenster zerschlagen und Türen beschmiert worden sein. Nach rund einer halben Stunde zogen die Besetzer freiwillig wieder ab. Drei Personen wurden nach Angaben der Polizei vorübergehend festgehalten. Es wird wegen schweren Landfriedensbruchs, Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.

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