"Eine Art deutsches FBI"
Krach in bayerischer Koalition wegen heimlichen Online-Durchsuchungen
Die Worte von Guttenberg zeugten "von einer gewissen Überheblichkeit", so Hacker. "Vielleicht sollte die CSU mit ihrem Generalsekretär noch einmal in Klausur gehen und beraten, ob dieser Umgangston über Sachfragen dem Geist des Koalitionsvertrages entspricht."
Die bayerische FDP-Vorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hatte am Donnerstag mit Blick auf die Position des Freistaats im Bundesrat angekündigt, dass die Liberalen das BKA-Gesetz nicht mittragen werden. Guttenberg mahnte nun, die FDP sollte sich "genau überlegen, ob sie das Thema Terror-Abwehr zur parteipolitischen Profilierung nutzen" wolle. Er halte die Auffassung der Liberalen, durch das BKA-Gesetz entstehe eine zentralistische Monsterbehörde, für gänzlich falsch.
Hacker sagte, die FDP zeige "klare Kante", wenn es um die Verteidigung der bürgerlichen Freiheitsrechte gehe. Er fügte hinzu: "Dass Herr zu Guttenberg dies offenbar nicht nachvollziehen kann und die Wahlkampfrhetorik bemüht, zeugt von einer noch immer vorhandenen Gutsherrenart, die am 28. September von den Bürgerinnen und Bürgern zu Recht abgewählt wurde."
Der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion des Bundestages, Hans-Peter Uhl (CSU), kritisierte: "Die Position von Frau Leutheusser-Schnarrenberger ist verlogen." Die FDP-Politikerin habe im schwarz-gelben Koalitionsvertrag unterschrieben, dass sie Online-Durchsuchungen nicht grundsätzlich ablehne.
Nach dem Willen der Bundesregierung soll das BKA künftig zur Abwehr von Terrorgefahren unter anderem die Befugnis zu heimlichen Online-Durchsuchungen von Computern sowie zur optischen und akustischen Wohnraumüberwachung erhalten. Ein Sprecher von Nordrhein-Westfalens Innenminister Ingo Wolf (FDP) sagte: "Wir werden nicht zustimmen, wie andere Länder mit FDP-Beteiligung auch." In Berlin, Bremen und Hamburg stieß das BKA-Gesetz ebenfalls auf Widerstand.
Uhl geht jedoch davon aus, dass es im Bundesrat die notwendige Mehrheit für das Vorhaben geben wird. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, äußerte sich "sehr gelassen" über den Streit. Er betonte: "Es wäre keine Tragödie, wenn das Gesetz im Vermittlungsausschuss landet."
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Am 14. Nov. 2008 unter:
politikStichworte:
« Özdemir arbeitet am "Profil" der Grünen
SPD-Widerstand gegen Schäubles BKA-Gesetz wächst »
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