"Spritschlucker"

Umweltbundesamt-Chef Troge gegen steuerliche Begünstigung von Dienstwagen

Der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, bezweifelt, dass die Umstellung der Kfz-Steuer den Auto-Absatzstau kurzfristig auflösen und die deutsche Konjunktur ankurbeln wird. "Das gewählte Instrument der Kfz-Steuer ist äußerst ungenau", sagte Troge am Mittwoch (19. November) dem Internetdienst "Handelsblatt.com". Zugleich kritisiert er die Steuernachlässe für Dienstwagen: "Es wäre wichtig, die steuerliche Begünstigung von Dienstwagen endlich abzuschaffen. Der Staat finanziert damit große und meist umweltschädliche Automodelle mit."

Die Kfz-Steuerbefreiung berücksichtige zudem nicht, dass Deutschland gerade bei Autos einen hohen Importanteil habe. Troge: "Die Steuerbefreiung wird bei der Neuzulassung wirksam - egal aus welchem Land das gekaufte Fahrzeug stammt. Dass nun gerade der Absatz deutscher Modelle angekurbelt wird, das sehe ich nicht."

Zudem werde der Umweltschutz mit dem neuen Modell komplett ausgeblendet, was auch in Zeiten der Rezession falsch sei, sagte Troge. "Steuervergünstigungen kommen Käufern von Spritschluckern genauso zugute wie Käufern sparsamer Kleinwagen", kritisierte er.

Anfang November hat das Kabinett als Teil des Konjunkturprogramms Eckpunkte einer neuen Kfz-Steuer beschlossen. Wer bis Mitte 2009 ein neues Auto kauft, soll für ein Jahr von der Kfz-Steuer befreit werden. Für Autos in den Schadstoffklassen Euro-5 und -6 soll die Befreiung für zwei Jahre gelten. Die Schadstoffklassen sagen allerdings nichts über den Spritverbrauch aus.

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