Angleichung der Ostgehälter

Ärztegewerkschaft fordert neun Prozent mehr Gehalt für Uni-Ärzte

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund verlangt für Mediziner an Uni-Kliniken neben einer Gehaltssteigerung von neun Prozent eine umgehende Anhebung der Ostgehälter auf Westniveau und eine deutliche Erhöhung der Zeitzuschläge für Überstunden, Samstags- und Nachtarbeit. "Im nationalen und internationalen Vergleich schneiden die Uniärzte ausgesprochen schlecht ab", sagte der Verbandsvorsitzende Rudolf Henke am Montag in Berlin. Die Folge sei eine zunehmende Abwanderung deutscher Ärzte ins Ausland. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder hat die Forderungen abgelehnt.

Die vom Marburger Bund vorgelegte Tabelle weise tatsächlich Lohnsteigerungen von mehr als 13 Prozent für viele Ärzte aus, teilte die Tarifgemeinschaft am Montag in Berlin mit. Für die Universitätskliniken in den neuen Bundesländern ergäben sich sogar Steigerungen von bis zu 30 Prozent.

Der Marburger Bund begründete die Forderung nach Angleichung der Ostgehälter an das Westniveau mit dem Hinweis, dass dies unter anderem bei den kommunalen und privaten Kliniken längst umgesetzt sei.

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder sagte dagegen, die Arbeitsbedingungen der Ärzte an den Uni-Kliniken seien seit 2006 deutlich verbessert worden. Ein junger Assistenzarzt erhalte heute schon im zweiten Berufsjahr ein monatliches Grundgehalt von fast 4000 Euro. Vor drei Jahren seien es noch rund 700 Euro weniger gewesen.

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