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Rund 50 Staaten wollen Agentur für Erneuerbare Energien gründen

Großer Erfolg für Hermann Scheer

Deutschland bekommt für seine Initiative zur Gründung einer Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) international viel Zuspruch. An der Gründungskonferenz am Montag in Bonn wollen mehr als 100 Staaten teilnehmen, wie das Bundesumweltministerium am Mittwoch (21. Januar) mitteilte. Knapp die Hälfte will den Gründungsvertrag unterschreiben. Ziel der Initiative, die auch von Spanien und Dänemark aktiv unterstützt wurde, ist es, den Ausbau der erneuerbaren Energien weltweit voranzubringen und als Sprachrohr der erneuerbaren Energien Industrie- und Entwicklungsländer praxisnah zu beraten und zu unterstützen. IRENA soll eine treibende Kraft bei der zügigen Umstellung auf die Nutzung der erneuerbaren Energien werden. Die Bundesregierung wird auf der Konferenz von Umweltminister Sigmar Gabriel, Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (alle SPD) vertreten. Die Agentur geht auf eine Initiative des SPD-Bundestagsabgeordneten und EUROSOLAR-Präsidenten Hermann Scheer zurück. Scheer hatte die Gründung einer internationalen Agentur für erneuerbare Energien bereits am 15. Januar 1990 mit einem Memorandum in Bonn vorgeschlagen und seitdem beständig darauf hingewirkt.

Am 2. April 1990 hatte Scheer sein Memorandum im UN-Hauptquartier vorgestellt. Der damalige UN-Generalsekretär Pérez de Cuéllar setzte daraufhin eine Task-Force mit dem Titel "United Nations Solar Energy Group on Environment and Development" (UNSEGED) ein, der 30 UN-Mitgliedsländer mit je einem Regierungsvertreter und Hermann Scheer als "special guest" angehörten.

Scheer und EUROSOLAR, die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien, arbeiteten 19 Jahre lang kontinierlich darauf hin, dass die erneuerbaren Energien mit IRENA international der Durchbruch gelingt. Im Oktober 2008 fand schließlich auf Einladung der spanischen Regierung die abschließende Vorbereitungskonferenz statt. Nach Auffassung von Scheer, der auch Vorsitzender des Weltrates für Erneuerbare Energien (WCRE) ist, wird IRENA "ein Schlüsselelement für die weltweite Ausrichtung auf erneuerbare Energien".

"Mit der IRENA wird eine große Lücke im internationalen Institutionensystem gefüllt, in dem es für den Energiebereich zwar seit 1957 eine IAEA gibt und seit 1974 die eher auf konventionelle Energien ausgerichtete Energieagentur, aber keine gleichwertige internationale Regierungsorganisation für erneuerbare Energien", hatte Scheer im Juli 2008 gesagt. Wegen dieses "institutionellen Mangels" sei der Ausbau erneuerbarer Energien weltweit deutlich unter den Möglichkeiten geblieben, die schon längst existieren. "Die internationale Mobilisierung von erneuerbaren Energien ist ein Wettlauf mit der Zeit. Die Arbeit einer IRENA ist unverzichtbar", so Scheer.

IRENA ist die erste internationale Organisation, die sich ausschließlich auf erneuerbare Energien konzentriert. Die Agentur soll ihre Mitgliedsstaaten dabei beraten, ihre politischen Rahmenbedingungen anzupassen, Kompetenzen aufzubauen sowie Finanzierung und Technologie- und Wissenstransfer für erneuerbare Energien zu verbessern.

Auf der Konferenz werden die Gründungsstaaten das Statut von IRENA zeichnen. Bereits einen Tag nach der Gründungskonferenz, am kommenden Dienstag, findet das erste Treffen der Mitgliedsstaaten statt. Bei der Tagung der Vorbereitungskommission, der alle Zeichnerstaaten angehören, sollen die Weichen für den raschen Aufbau von IRENA gestellt werden. Im Juni 2009 werden die Mitgliedsstaaten dann über den Sitz der Agentur entscheiden und den ersten Gründungsdirektor oder die erste Gründungsdirektorin auswählen.

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