Tarifverhandlungen
Uniklinik-Ärzte wollen mehr Geld
Die Gewerkschaft fordert für die Uni-Klinikärzte im Schnitt rund neun Prozent mehr Gehalt, eine umgehende Anhebung der Ostgehälter auf Westniveau und eine deutliche Erhöhung der Zeitzuschläge für Überstunden, Samstags- und Nachtarbeit. "Wir brauchen ein deutliches Plus", sagte Gewerkschaftssprecher Athanasios Drougias. Mediziner an kommunalen Krankenhäusern seien klar bessergestellt. Auch im internationalen Vergleich seien die deutschen Klinikgehälter nicht wettbewerbsfähig.
Drougias betonte, es gebe eine "dramatische" Abwanderung von Medizinern ins Ausland. In den Niederlanden zum Beispiele bekämen Fachärzte im Schnitt rund 35 Prozent mehr Geld, in Großbritannien sogar 40 Prozent mehr. In Deutschland seien dagegen 4000 Ärztestellen an Kliniken unbesetzt.
Der Ärzteverband Hartmannbund sagte, es gehe bei den Verhandlungen "um mehr als nur um leistungsgerechte Gehälter". Verbandschef Kuno Winn betonte: "Hier geht es um den Wissenschaftsstandort Deutschland." Die Unikliniken könnten künftig nicht mehr die besten Ärzte gewinnen, wenn anderswo bessere Arbeits- und Verdienstaussichten lockten.
Bredendiek wies die Gehaltsforderungen der Gewerkschaft dagegen als "nicht verhandelbar" zurück. Der vermeintliche Lohnzuwachs um neun Prozent bedeute in Wirklichkeit ein Plus von bis zu 13 Prozent in Westdeutschland und eine Steigerung von bis zu 30 Prozent in Ostdeutschland. Trotz der Uneinigkeit bezeichnete Bredendiek die Verhandlungen beim Auftakt als "sehr konstruktiv und sachlich".
Am 18. Februar kommen beide Seiten zu einer zweiten Verhandlungsrunde zusammen. Der Marburger Bund will an seinen Forderungen festhalten. Die Arbeitgeberseite stellte indessen nicht in Aussicht, beim zweiten Treffen ein Angebot vorzulegen. Dazu seien die Positionen bislang zu weit auseinander.
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