Spekulationen über Fall Zumwinkel
BGH-Präsident kritisiert "Deals" in Strafprozessen
Dies sei der Fall, wenn Prozesse "wie ein abgekartetes Spiel" erschienen. Das System der schuldangemessenen Bestrafung gerate dadurch in eine "beängstigende Schieflage". Zuletzt war spekuliert worden, ob es im Steuerstrafverfahren gegen Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel, das mit einer Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe von einer Million Euro endete, einen Deal gegeben hat.
"Angeklagte könnten sich gedrängt sehen, ein falsches Geständnis abzulegen, um Schlimmeres zu verhüten"
Der BGH-Präsident kritisierte, dass Vereinbarungen vor oder in der Hauptverhandlung dazu, wie groß der "Strafrabatt" für ein Geständnis des Angeklagten sein wird, an der Tagesordnung seien. "Etwa zwei Drittel aller Verfahren sind von einem Deal betroffen", betonte Tolksdorf. "Ich halte diese Entwicklung für gefährlich", sagte er. Angeklagte könnten sich gedrängt sehen, ein falsches Geständnis abzulegen, um Schlimmeres zu verhüten.
Der vorliegende Entwurf der Bundesregierung für eine gesetzliche Regelung des Deals bringe "inhaltlich keine Änderung des gegenwärtigen Rechtszustands", kritisierte der BGH-Präsident. Die Politik müsse sich entscheiden, ob sie solche Absprachen im Strafprozess überhaupt wolle.
"Wollen wir das nicht - und dafür gibt es gute Gründe - sollten wir auf den Deal gänzlich verzichten", forderte Tolksdorf. Einen "Deal light" oder - wie es in dem Entwurf heiße - einen "Mittelweg" könne es in dieser Angelegenheit nicht geben. Heimliche Ergebnisabsprachen, die "im Fußball verpönt" seien, sollte es auch im Gerichtssaal nicht geben, forderte Tolksdorf.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 30. Jan. 2009 unter:
justizStichworte:
« Trinkwasserbrunnen bei Asse werden überprüft
Attacken auf das Konjunkturpaket »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
