84 Berichte

DDR-Bürger empfanden Urlaub trotz Einschränkungen als vielfältig

Trotz Reisebeschränkungen haben viele ehemalige DDR-Bürger ihre Urlaube im Land und in den "sozialistischen Bruderstaaten" als abwechslungsreich empfunden. Entgegen landläufiger Meinungen habe es in der DDR offenbar "eine Vielfalt von Urlaubsformen" gegeben, "die man so nicht erwarten würde", sagte Sönke Friedreich vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) bei der Vorstellung erster Ergebnisse einer Analyse von Urlaubsberichten am Dienstag (24. Februar) in Dresden. So hätten sich viele Bürger - ungeachtet oder im Rahmen der staatlich organisierten Reiseangebote - auch individuell auf die Reise gemacht.

Vielfach seien dabei Improvisationsgeschick und Einfallsreichtum beim Beheben von Autopannen, der Beschaffung von Lebensmitteln und Übernachtungsmöglichkeiten gefragt gewesen, sagte Friedreich. Gerade wegen dieser Unwägbarkeiten werde der Urlaub rückblickend aber oft als "abenteuerlich" und "erfahrungsreich" beschrieben.

Das Institut hatte im Herbst zum Einsenden der Urlaubsgeschichten aufgerufen. Bis zum Ende der Aktion am 21. November gingen den Angaben zufolge 84 Berichte unterschiedlicher Länge ein. Mit einer qualitativen Analyse will das Institut unter anderem die Frage beantworten, welche Rolle der Urlaub in der DDR im Vergleich zum Alltag spielte. Die endgültigen Ergebnisse sollen im kommenden Jahr in der "Bausteine"-Reihe des ISGV erscheinen.

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