Atommüll für Zehntausende Jahre

Nationalparkverein lehnt polnisches Kernkraftwerk an der Oder ab

Der Verein der Freunde des Nationalparks Unteres Odertal lehnt polnische Überlegungen zum Bau eines Atomkraftwerks an der Oder ab. "Der Standort, der hier in die Diskussion gebracht worden ist, würde den deutsch-polnischen Nationalpark Unteres Odertal massiv belasten", sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Ansgar Vössing am Freitag (27. Februar). Neben der Radioaktivität gebe es ein "enormes Abwärmeproblem", das zu einer weiteren Aufheizung der Ostoder führen würde. Das Hauptproblem sei aber die Endlagerung. "Der Neubau von Kernkraftwerken ist unvertretbar, solange es keine gesicherten Endlagerungsstätten für den Atommüll für Zehntausende Jahre gibt", sagte Vössing. Die gebe es nirgendwo auf der Welt. Daher verbiete sich der Bau von Atomkraftwerken sowohl an diesem Standort als auch an einem Ort.

Nachdem die Warschauer Regierung im Januar ankündigte, dass in Polen bis zum Jahr 2020 ein bis zwei Kernkraftwerke gebaut werden sollen, schlugen Wissenschaftler aus Szczecin (Stettin) die bei Schwedt gelegene Stadt Gryfino an der Oder als Standort vor.

Für den Bau einer Anlage spräche, dass sich dort Synergieeffekte mit dem bereits seit 1974 vorhandenen Kohlekraftwerk erzielen ließen, sagte der Kernphysik-Professor Konrad Czerski der "Märkischen Oderzeitung". Derzeit sind noch sieben weitere Standorte im Gespräch.

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