Boni für AIG-Manager

Deutsche Bank kassierte 11,8 Milliarden Dollar aus den USA

Die Deutsche Bank gehört zu den größten Profiteuren der milliardenschweren Rettung des US-amerikanischen Versicherungsriesen American International Group (AIG). Der deutsche Finanzriese erhielt von Mitte September bis Jahresende 11,8 Milliarden Dollar von den 93 Milliarden, mit denen die schwer angeschlagene AIG ihren Verpflichtungen gegenüber Banken nachgekommen ist. Dies geht aus der am Sonntag (15. März) auf öffentlichen Druck hin offengelegten Empfängerliste hervor.

Demnach rangiert die Deutsche Bank knapp hinter der US-Großbank Goldman Sachs (12,9 Mrd) und der französischen Societe Generale (11,9 Mrd). Auf dem siebten Platz steht die Schweizer UBS mit fünf Milliarden Dollar, auf Platz zehn die Dresdner Bank mit 2,6 Milliarden. Auch die DZ Bank und die KfW bekamen Geld.

Die Banken hatten sich bei der AIG über Derivate gegen den Ausfall von Krediten und riskanten Finanzprodukten abgesichert. Die Dimension dieser Positionen war der US-Finanzaufsicht lange verborgen geblieben.

Die Deutsche Bank wollte zu dem Vorgang am Montag nicht Stellung nehmen. Societe Generale verteidigte das Vorgehen. Die Zahlungen entsprächen voll den Vereinbarungen mit AIG. Mögliche weitere Zahlungen seit dem 1. Januar sind in der Liste noch nicht enthalten.

In den USA dürften die Zahlungen eine politische Debatte über die Rettungsaktion auslösen, weil damit ein Großteil des Geldes der US-Steuerzahler ins Ausland abgeflossen ist. Die Regierung hat die AIG mit 173 Milliarden Dollar gestützt.

Am Wochenende hatten bereits Boni im Umfang von mehreren hundert Millionen Euro für die Manager der Finanzprodukte-Sparte von AIG für Empörung über den Versicherungskonzern gesorgt.

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