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Berlin setzt weiter auf Militärtransporter A400M

Aufrüstung für Auslandseinsätze

Die Bundesregierung setzt trotz aller Schwierigkeiten beim Entwickler Airbus (EADS) weiter auf die Anschaffung des Militärtransporters A400M. Das war aus Kreisen des Parlaments und der Bundeswehr am Montag (23. März) in Berlin zu erfahren. "Wenn wir auf den Megaflieger verzichten würden, wäre es um den Aufbau einer europäischen Verteidigungskomponente innerhalb der NATO schlecht bestellt", erklärten übereinstimmend Wehrexperten der Regierungsparteien. Bislang zeichnete sich die Geschichte des europäischen Prestigeobjektes A400M durch Pleiten, Pech und Pannen aus. Nach ddp-Informationen wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy am Rande des NATO-Treffens am 3. und 4. April in Kehl und Straßburg intern ihrer Entschlossenheit Ausdruck verleihen, den A400M europäisch anzuschaffen. Doch soll das brisante Thema aus dem deutschen Wahlkampf herausgehalten werden. Die Probleme sollten nach dem Wahltag am 27. September "angegangen und gelöst werden", ließen Abgeordnete wissen.

Die Haushälter des neuen Bundestages könnten im Januar oder Februar nächsten Jahres darüber "Tacheles" reden, hieß es. Der europäische Flugzeugbauer EADS müsse bis zur Aufstellung des Bundeshaushalts im April 2010 "endlich die Schwierigkeiten gelöst haben", hoffen die Abgeordneten. Rüstungsstaatsekretär Rüdiger Wolf vom Verteidigungsministerium hatte bislang erklärt, es gebe bei den Partnernationen einen "Grundoptimismus", dass die technischen Herausforderungen des Flugzeuges zu bewältigen seien.

Im Mai 2003 wurde der Vertrag zum Bau des A400M zwischen EADS und den Ländern Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Türkei, Belgien und Luxemburg geschossen. Es ist die Lieferung von 180 Airbus-Maschinen zum Preis von über 20 Milliarden Euro vorgesehen. Dabei handelt sich um das größte europäische Beschaffungsprogramm für den militärischen Lufttransport. Er hat gerade für die Auslandseinsätze entscheidende Bedeutung erlangt.

Die Bundeswehr will 60 und Frankreich 50 Maschinen beschaffen. Berlin und Paris sehen in dem A400M den "Markstein für die neue europäische Militärstrategie". Europa will vor allem von den USA auf dem Rüstungsgebiet unabhängig werden.

EADS hätte nach den ursprünglichen Planungen im Oktober dieses Jahres den ersten A400M ausliefern sollen. Wegen der großen Probleme mit den Motoren fand der Jungfernflug jedoch bis heute nicht statt. Ein Sprecher von EADS sagte, der Erstflug der Maschine sei abhängig von der Verfügbarkeit der Triebwerke. Es würden Gespräche mit den Herstellern geführt. Der Zeitplan für den Erstflug könne nicht konkretisiert werden, solange es keine Angaben zu den Triebwerken gebe. Das europäische Triebwerkskonsortium "Europrop International (EPI)" wollte sich auf Anfrage nicht erklären.

Deutsche Luftwaffenoffiziere wollen, dass die C-160 "Transall" möglichst bald abgelöst werden. Das Transportflugzeug ist seit rund 40 Jahren bei der Bundeswehr im Einsatz. Es wurde allerdings immer wieder "kampfwertgesteigert", also modernisiert.

Afghanistan-Krieg

Angesichts der stark gestiegenen Transportanforderungen gerade für den Afghanistaneinsatz reichten die Kapazitäten der "Transall" aber nicht mehr aus. Auch den anderen europäischen Ländern fehlen die für den Krieg nötigen militärischen Transportkapazitäten.

Zur Übergangslösung bis zur Anschaffung des A400M hatten mehrere NATO-Länder vor drei Jahren das Gemeinschaftsprojekt "Salis" (Strategic Air Lift Interim Solution) zum strategischen Lufttransport geschaffen. Mit zwei ständig am Flughafen Leipzig/Halle stationierten russisch-ukrainischen Großraumflugzeugen "Antonow An 124-100" sowie vier kurzfristig abrufbereiten Maschinen des gleichen Typs soll die "Fähigkeitslücke" der NATO-Staaten bis zur Anschaffung des A400M geschlossen sein.

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