"Bürger abschrecken"

Verein "Zug der Erinnerung" beklagt Behinderungen durch Deutsche Bahn

Die Organisatoren des "Zuges der Erinnerung" beklagen massive Behinderungen durch die Deutsche Bahn am Münchner Hauptbahnhof. Das Unternehmen habe Gruppen von mit Gummiknüppeln bewaffneten Sicherheitskräften vor den Ausstellungswagen patrouillieren lassen, kritisierte Vereinsvorstand Hans-Rüdiger Minow am Dienstag in München. Dieser "martialische Auftritt" sei dazu geeignet, Bürger vom Besuch der Ausstellung abzuschrecken.

Die rollende Ausstellung erinnert an die Opfer der NS-Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn. Die Schau ist seit 2007 durch Deutschland unterwegs. Am Montag eröffnete Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) den Halt in der bayerischen Landeshauptstadt. Minow sagte, kurz nachdem Ude wieder weg gewesen sei, habe die Bahn im gesamten Bahnhofsbereich sämtliche Hinweistafeln auf den "Zug der Erinnerung" beschlagnahmt.

"Unter diesen Umständen ist ein würdiges Gedenken an die deportierten Kinder und Jugendlichen in München nicht möglich", heißt es in einer Stellungnahme des Vereins. Er appellierte an die Münchner Bürger, sich schützend vor das Projekt zu stellen. Notfalls werde der "Zug der Erinnerung" aus München abgezogen. "Eine weitere Beleidigung der Opfer aus München, aus ganz Deutschland und fast sämtlichen europäischen Staaten lassen wir nicht zu", hieß es. Zielort des Zuges ist die Holocaust-Gedenkstätte Auschwitz.

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