Sprengstoff

Chemiekalienhändler verweigert im Terrorprozess die Aussage

Im Prozess gegen die vier mutmaßlichen Terroristen der islamischen "Sauerland-Gruppe" hat der als Zeuge geladene Chemikalienhändler Rainer B. die Aussage verweigert. Der 38-Jährige aus dem niedersächsischen Hodenhagen gab am Dienstag (19. Mai) vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf lediglich zu Protokoll, dass der Angeklagte Daniel S. Wasserstoffperoxid bei ihm gekauft habe.

Nach Erkenntnissen der Ermittler soll jedoch der ebenfalls Angeklagte Fritz G. die Chemikalien bestellt und abgeholt haben. Wasserstoffperoxid wird zur Herstellung von Sprengstoff verwendet.

Rainer B. war im Juli vergangenen Jahres bei einer bundesweiten Razzia ins Visier der Ermittler geraten, als bei mehreren Händlern tonnenweise Chemikalien beschlagnahmt wurden. Der Händler teilt sich in Hodenhagen eine Halle mit einem 34-jährigen Unternehmer, von dem er das Wasserstoffperoxid bezogen hatte.

Der 34-Jährige gab als Zeuge vor dem OLG an, er habe sechs Fässer mit je 65 Kilogramm Wasserstoffperoxid für den Händler bei einem Chemiebetrieb geordert. Der Händler habe ihm gegenüber angegeben, mit den Chemikalien Kanister reinigen zu wollen.

Den Mitgliedern der "Sauerland-Gruppe" wird vorgeworfen, im Jahr 2007 Autobombenanschläge auf US-Einrichtungen in mehreren deutschen Großstädten geplant zu haben. Die Männer hatten sich zwölf Fässer mit der Chemikalie Wasserstoffperoxid beschafft und in einer Ferienwohnung im sauerländischen Medebach-Oberschledorn damit begonnen, daraus Sprengstoff herzustellen. Am 4. September 2007 wurden sie in der Ferienwohnung festgenommen.

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