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Umweltschützer kritisieren E.On wegen Atomkraftwerks-Pläne in Großbritannien

Konzern will Atomkraftwerke erst noch "entwickeln"

Anlässlich der Hauptversammlung des Energiekonzerns E.On am Mittwoch (6. Mai) in Essen hat der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) scharfe Kritik an der Energiepolitik des Energiekonzerns geäußert. Im Zentrum der Kritik stehen E.On-Pläne für einen Neubau von Atomkraftwerken in Großbritannien. Das Gemeinschaftsunternehmen von E.ON UK und RWE "npower" habe Ende April im Rahmen einer Auktion in Großbritannien den Zuschlag für Grundstücke in Wylfa und Oldbury erhalten. Beide Standorte gelten als mögliche Plätze für neue Atomkraftwerke in Großbritannien. RWE und E.ON wollen nach eigenen Angaben ihre Pläne vorantreiben, die Atomkraftwerke mit einer Kapazität von rund 6000 Megawatt seien aber erst noch "zu entwickeln". Das kann erfahrungsgemäß lange dauern.

Unternehmens-Ziel ist laut E.On "eine sichere, CO2-arme und effiziente Energieversorgung". Der BBU wirft dem Atomkonzern vor diesem Hintergrund "Augenwischerei" vor. "Zahlreiche Pannen und Störfälle in aller Welt haben wiederholt gezeigt, dass Atomkraftwerke und Atomanlagen nicht sicher betrieben werden können. An allen Stationen der atomaren Brennstoffspirale, bei Uranminen, Uranfabriken und Atomkraftwerken wird Radioaktivität freigesetzt. Außerdem gibt es weltweit keine Möglichkeit zur sicheren Lagerung von Atommüll," so BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Auch könne von die Atomenergie nicht als CO2-arme Energieform eingestuft werden. "Das Uran kommt nicht von alleine aus der Erde. Der enorme Energiebedarf beim Uranabbau wird mit klimafeindlichen Kohlekraftwerken gedeckt", so Buchholz.

Der BBU lehnt den geplanten Neubau von Atomkraftwerken "in Großbritannien und anderswo ab", möchte den britischen Widerstand unterstützen und fordert die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen. Ebenso müsse die deutsche Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau geschlossen werden, fordert Buchholz. "In Gronau wird Uran für den Einsatz in aller Welt vorbereitet." Neben RWE sei auch E.On "an dem Betrieb dieser Uranfabrik, in der auch Atommüll anfällt, beteiligt".

Auf Kritik stößt bei den Umweltschützern auch Kohlepoltik des Energieriesen. "Kohlekraftwerke emittieren über mehrere Jahrzehnte hinweg klimaschädliches Kohlendioxid. Mit ihrem enormen Ausstoß an Schadstoffen und Feinstäuben verseuchen Kohlekraftwerke zudem Boden, Luft und Wasser und gefährden die Gesundheit der Bevölkerung", so Buchholz.

Jetzt setze auch E.On "auf die gefährliche CCS-Technologie" (Carbon Capture and Storage), bei der Kohlendioxid in Zukunft abgeschieden, transportiert und endgelagert werden solle, um weiterhin an den Planungen für Kohlekraftwerke trotz des massiven CO2-Ausstoßes festhalten zu können. Die Endlagerung von Kohlendioxid im Untergrund berge aber "unabschätzbare Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung und für die Trinkwasservorräte", meint Buchholz. "Sie ist für die Menschen der betroffenen Regionen nicht zu verantworten."

Gegen die Energiepolitik von E.On soll es bei der Hauptversammlung des Konzerns Proteste von Umweltgruppen und Anti-Atomkraftinitiativen geben, so von dem Umweltverband Urgewald, vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und auch von Contratom, "einer norddeutschen Initiative, die sich besonders gegen die Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel in Schleswig-Holstein zur Wehr setzt".

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