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Dachdecker und Rente mit 67

"Lebensfremd"

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will bestimmte Berufsgruppen nicht von der Rente mit 67 ausnehmen. "Ob Dachdecker oder Bäcker, niemand muss mit 66 noch genau dasselbe machen, was er mit 16 gelernt hat", sagte die Ministerin der "Rheinischen Post" (Mittwoch, 14. April). Wer Berufserfahrung habe, könne "auch Büroarbeit in seiner Branche übernehmen", so von der Leyen. Nach Auffassung des IG BAU-Bundesvorsitzenden Klaus Wiesehügel ist dies völlig "lebensfremd".

"Missachtung der Lebensleistung körperlich hart arbeitender Menschen"

Wenn von der Leyen Beschäftigten, die körperlich hart arbeiteten und es bis zur Rente nicht schafften, "rate" ich , in andere Berufe zu wechseln, geht das laut Wiesehügel "an der Arbeitswirklichkeit völlig vorbei.

Dachdecker, Maurer, Eisenflechter oder Betongießer ins Büro verpflanzen zu wollen, wird nicht funktionieren. Woher die Ministerin diese Jobs nehmen und wie sie die Arbeitgeber zu einem solchen Jobwechsel motivieren will, bleibt schleierhaft", so der IG BAU-Chef. Der "Von-der-Leyen-Vorschlag" ist nach Auffassung von Wiesehügel "eine Missachtung der Lebensleistung körperlich hart arbeitender Menschen".

"Die Rente mit 67 ist insbesondere für Bauarbeiter eine Farce"

Noch nicht einmal jeder achte Beschäftigte auf dem Bau ist nach Angaben der IG BAU 55 Jahre oder älter. Die Rente mit 67 sei insbesondere für Bauarbeiter eine Farce. "Schon heute bedeuten ernsthafte gesundheitliche Probleme für viele Arbeitnehmer den sozialen Abstieg", so Wiesehügel.

Statt "Job-Illusionen" zu kreieren, um die Rente mit 670 zu rechtfertigen, müsse das Bundesarbeitsministerium endlich die Realität zur Kenntnis nehmen. "Dazu gehört, dass wir dringend bei der Erwerbsminderungsrente Änderungen brauchen", so der Gewerkschafter. Die Zugangskriterien müssten erheblich gelockert und die Erwerbsminderungsrente selbst spürbar angehoben werden.

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