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Protest gegen Atomenergie

Landtagswahl NRW 2010

Es wird ein neuer Showdown der Anti-Atom-Bewegung: Am kommenden Samstag (24. April) demonstrieren Zehntausende mit einer 120 Kilometer langen Aktions- und Menschenkette zwischen den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel und durch Hamburg, mit einer Umzingelung des Atomkraftwerks Biblis und mit einer Demonstration zum Atommülllager Ahaus. Hintergrund der Aktivitäten ist der sich zuspitzende Konflikt um den so genannten Atomausstieg: In Kürze wird darüber entschieden, ob Krümmel und Brunsbüttel vor der Haustür Hamburgs wieder ans Netz gehen – oder für immer abgeschaltet bleiben. Und: Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen (NRW) wollen Bundesregierung und Atomkonzerne über längere Laufzeiten für Atomreaktoren verhandeln. Bei der Landtagwahl in NRW geht es nicht zuletzt auch um die dafür erforderliche Bundesratsmehrheit. Atomkraftgegner bezeichnen sie daher auch als "Atomwahl".

Das richtige Energiekonzept heißt nach Auffassung der Atomkraftgegner: Abschalten und Umsteuern auf erneuerbare Energien. Kurz vor der für kommenden Samstag geplanten 120 Kilometer langen Aktions- und Menschenkette begründeten die Veranstalter am Donnerstag (22. April) die Motive und politischen Ziele dieser "Langstreckendemonstration".

Brunsbüttel und Krümmel produzieren seit fast drei Jahren keinen Strom

"Brunsbüttel und Krümmel produzieren aufgrund von Störfällen seit bald drei Jahren keinen Strom. Auch andere Reaktoren müssen wegen Störungen immer wieder vom Netz", so Thorben Becker vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Das zeige, dass die Atomenergie "unzuverlässig und unsicher" sei und dass sie zudem "längst nicht mehr benötigt" werde. Jahr für Jahr würden nämlich durch den Zubau der Erneuerbaren Energien "mehr Stromüberschüsse" produziert.

Statt über Laufzeitverlängerungen nachzudenken, sollte die Bundesregierung deshalb daran gehen, die Atomkraftwerke endlich stillzulegen, fordert Becker. "Nur die Stromkonzerne würden vom Weiterbetrieb profitieren – auf unser aller Kosten."

Stay: "Die schwarz-gelbe Koalition riskiert einiges"

Jochen Stay von der Initiative ausgestrahlt", der seit fast 30 Jahren Anti-Atom-Proteste organisiert, freut sich über die derzeit große Zustimmung und Aufgeschlossenheit im Vorfeld der Demonstrationen - "und zwar quer durch alle politischen Lager".

"Die schwarz-gelbe Koalition riskiert einiges, wenn sie in dieser Situation den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke absichern will", so Stay. Doch noch habe sich Berlin nicht entschieden. "Mit der Aktions- und Menschenkette senden wir ein eindeutiges Signal in die Hauptstadt: Atomkraft macht nur Ärger und sollte lieber heute als morgen beendet werden."

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