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Das Saudi-Arabien für Lithium

Der humanitäre Krieg

„Lithium könnten dem kriegsgeschüttelten Afghanistan Wohlstand bringen“. Diese Meldung, so oder ähnlich, war in den letzten Tagen häufiger zu lesen und bestätigt vielen Kritikern des Afghanistankonfliktes, was schon lange vermutet wurde: In diesem Land geht es nicht um humanitäre Hilfe, sondern um zukünftige Rohstoffe. Das Metall Lithium erlebt seit einiger Zeit einen ungeheuren, globalen Boom als unentbehrlicher Rohstoff für die Akkumulatorentechnik.

Der humanitäre Krieg

Lithiumtechnologie ist eine praktikable Speichertechnik für regenerative Energien und besonders bei den Herstellern von Elektoautos entpuppt sich Lithium als unentbehrlich und somit ist auch eine gesicherte Versorgung mit diesem Leichtmetall nötig.

Besonders abbauwürdig sind manche Salzseen in Chile, Argentinien, Nevada, Tibet und anderen Regionen Chinas. Dort lagern viele Millionen Tonnen des Lithiumsalze. Die Spitzenreiter in den Lithiumreserven sind die Salzseen in Chile und Bolivien. In gleicher Höhe wie für Bolivien schätzen die Experten des Geologische Dienst der Vereinigten Staaten von Amerika (United States Geological Survey, kurz USGS) die Vorkommen in Afghanistans Salzseen und Gebirgen.

Doch auch die anderen Erzvorräte sind nicht zu verachten. Laut einer Studie dieser US-Geologiebehörde liegen die Mineralvorräte Afghanistans bei einem geschätzten Wert in Billonen- Dollar- Höhe und die Vorräte an Kupfer, Lithium, Eisen, Gold und Kobalt reichen somit aus, um das kriegszerrüttete Land zu einem weltweit führenden Rohstoff-Exporteur zu machen.

Der USGS und der Britische Geologische Dienst (British Geological Survey – BGS) stärken den Afghanischen Geologischen Dienst (AGS) seit 2004 institutionell und operativ. In einem gemeinsamen Projekt der drei geologischen Institutionen soll der Afghanische Geologische Dienst seine Aufgaben als staatlicher geologischer Dienst umfassend wahr nehmen und helfen, nationale und internationale Investitionen im Bergbausektor zu maximieren.

Das zeigt, das die USA schon länger intensiv bemüht ist, die Erze des Landes für den weltweiten Markt zu erschließen, natürlich mit einer ihnen wohlgesonnenen Regierung und ohne den Störfaktor Taliban.

Passend zum zeitlichen Verständnis kam eine Nachricht am vergangenen Wochenende: Der amerikanische Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Holbrook äußerte sich gegenüber der „Bild“ , das die Bodenschätze seit den sechziger Jahren bekannt seien. Problematisch, so Holbrooke seien allerdings drei Aspekte: Die mangelhafte Infrastruktur in Afghanistan, die Sicherheit und die Frage, wie man Bodenschätze unter Vermeidung von Korruption ausbeuten könne.

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